Dresdner Bank Übernahmefantasie treibt Kurs nach oben

Nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank steht der Geldkonzern Presseberichten zufolge kurz vor der Übernahme. Inzwischen hat die hoch gehandelte ABN Amro abgewinkt, doch die Spekulationen gehen weiter.

Frankfurt am Main - Management und Belegschaft der Dresdner Bank kommen nicht zur Ruhe. Nach dem spektakulären Abbruch der Fusionsverhandlungen mit der Deutschen Bank kommen fast täglich neue Gerüchte über Fusionspläne oder potenzielle Käufer auf.

Am Mittwoch führte dies an der Frankfurter Börse zu einem Kurssprung der Dresdner-Aktien knapp drei Prozent. Angeheizt wurden die Spekulationen von einem Bericht der "Berliner Zeitung". Das niederländische Kreditinstitut ABN Amro und eine nicht näher bezeichnete US-Bank seien bereits im Gespräch mit der Dresdner-Großaktionärin Allianz, schrieb das Blatt.

ABN Amro: "Wollen Probleme der Dresdner nicht"

Das Frankfurter Kreditinstitut wollte zu den Gerüchten offiziell keine Stellungnahme abgeben. "Kein Kommentar", sagte Sprecherin Gabriele Eick.

Das Dementi von ABN Amro fiel deutlicher aus. Ein Sprecher sagte, man wolle sich nicht die Probleme der Dresdner Bank ins Haus holen. Er verwies dabei auf Äußerungen des Vorstandes, der das Filialgeschäft der Dresdner Bank kritisch sieht. Nach dessen Meinung bekommt das deutsche Geldinstitut hier die Kosten nicht in den Griff.

ABN Amro wird schon seit Monaten als ein möglicher Dresdner-Käufer gehandelt. Auch mit anderen internationalen "Interessenten", wie den US-Geldriesen Citigroup und Chase Manhattan, wurde nach der gescheiterten Fusion sofort wieder die Gerüchteküche angeheizt. "Originell wäre mal ein chinesisches Institut", heißt es bei der Konkurrenz ironisch.

Auch die Wettbewerber sehen - ähnlich wie der Amro-Vorstand - eher Nachteile für eine Ehe mit den Deutschen. Das Filialgeschäft mit der breiten Kundschaft würde keine Vorteile bringen. Auch im Investmentbanking zeichneten sich keine gravierenden Spareffekte ab.

Die Dresdner hat derzeit ohnehin alle Hände voll zu tun, ihre Mannschaften zusammenzuhalten, die Sparte zu ordnen und die ins Stocken geratenen Geschäfte wieder voll in Gang zu bringen.

Innerhalb der Dresdner Bank werden einer raschen Fusion oder Kooperation in naher Zukunft kaum Chancen eingeräumt. "Nach der Geschichte mit der Deutschen Bank kann man der verunsicherten Belegschaft nicht schon wieder ein neues Abenteuer zumuten," sagte Sprecherin Eick.

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