Deutsche / Dresdner Bank Massiver Stellenabbau auch ohne Fusion

Auch nach der geplatzten Fusion drohen in beiden Geldhäusern massive Stellenstreichungen. Bei der Dresdner Bank und der Deutschen Bank 24 sei jeweils jede zehnte Stelle gefährdet, heißt es aus Gewerkschaftskreisen.

Frankfurt am Main - Frühere Pläne zur Straffung der Filialnetze würden nun wieder hervorgeholt, berichteten am Dienstag die Gewerkschaften HBV und DAG. Bei der Dresdner Bank ist demnach jede zehnte Stelle gefährdet. Dies bedeutet den Abbau von bis zu 5000 Arbeitsplätzen. Die Vorschläge zur Verschlankung der Bank für einen Alleingangs seien bereits den Aufsichtsräten vorgelegt worden. Dazu gehört nach Angaben der HBV die Schließung von 300 der 1150 Zweigstellen. Ende 1999 waren im Konzern 50.569 Personen beschäftigt.

Auch die Deutsche Bank will bei ihrer Tochter Bank 24 rund 300 Filialen schließen. Dies sagte Gerhard Renner, DAG-Vorstandsmitglied und Aufsichtsrat der Deutschen Bank, am Dienstag. "Nach der geplatzten Fusion mit der Dresdner werden nun die alten Pläne herausgeholt und umgesetzt." Davon dürften etwa 2000 Arbeitsplätze betroffen sein. In den Verhandlungen über einen Zusammenschluss von Deutscher und Dresdner Bank war zunächst vorgesehen, aus dem Netz beider Institute 800 Filialen zu schließen und 16.300 Stellen zu streichen.

Bereits im Januar hatte die Deutsche Bank 24 angekündigt, dass vorwiegend in städtischen Ballungsgebieten 300 Geschäftsstellen durch Verschmelzungen mit größeren Filialen verschwinden sollten. 1999 waren 79 Einheiten zusammengelegt worden. Zurzeit unterhält die Deutsche Bank 24 rund 1000 Zweigstellen sowie 250 so genannte Finanzcenter mit 19.300 Beschäftigten.

In der Frankfurter Zentrale der Dresdner Bank wurden die Rationalisierungsvorhaben offiziell nicht bestätigt. "Das ist reine Spekulation, es ist noch nichts beschlossen", hieß es dazu lediglich am Dienstag. Die Zahlen seien schon häufiger in den Medien genannt worden. Der zurückgetretene Vorstandssprecher Bernhard Walter hatte aber bereits unmittelbar nach der gescheiterten Fusion angekündigt: "Die früher angestoßenen Projekte zur Effizienzsteigerung werden jetzt mit Hochdruck weiter geführt." Davon sei insbesondere das Filialgeschäft betroffen. "Zu dem Fitness-Programm, das wir uns verordnet haben, gibt es keine Alternative."