US-Börse Greenspan: Aktienvertrauen kann schnell schwinden

US-Notenbankchef Alan Greenspan warnt wieder einmal, nur einseitig auf Technologietitel oder überhaupt auf Aktien zu setzen. Die Notenbank werde Investoren nicht helfen.

Washington - Alan Greenspan, US-Notenbank-Chairman, warnte in einer Rede am Abend davor, dass die US-Finanzsysteme weiterhin hinsichtlich eines plötzlichen Vertrauensverlustes gefährdet seien. Das habe, so Händler an Wall Street, die Börse am Abend nicht optimistisch gestimmt.

Greenspan meinte, Investoren und Geldgeber sollten nicht glauben, dass die technologischen Innovationen die Investment-Risiken aufgehoben hätten. "Zwar können wir den Prozess eines harten Vertrauensumschwungs beschreiben, aber bis heute sind die Volkswirte nicht in der Lage, ihn vorherzusagen", meinte Greenspan.

Risikomanager, die ihre Einschätzungen auf der Basis von Zeitperioden machten, in denen keine finanzielle Panik herrschte, tendierten dazu, zu unterschätzen, wie schnell sich die Preisentwicklung drehen könne, wenn eine Panik entsteht. "Folglich werden die Vorzüge einer Portfolio-Diversifikation überschätzt, wenn die Perioden reinster Panik nicht mit in Betracht gezogen werden", erklärte der Fed-Chairman.

Greenspan warnte die Geldgeber auch davor, darauf zu vertrauen, dass die US-Notenbank ihnen aus der Bredouille helfen werde, wenn "ihre Risiko-Management-Systeme sich als unzulänglich erweisen". Die Finanzinstitutionen könnten nur in "extremen Ausnahmesituationen" damit rechnen, dass ihnen die Notenbank helfe, so Greenspan.

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