Neuer Markt DG Bank: Alles wird gut

Die Kurse am Neuen Markt werden sich Ansicht der DG Bank bald wieder erholen. Zumindest bis Jahresende erwartet das Institut wieder neue Höchststände. Empfohlen werden Abit, Tepla, Teleplan, Lintec, Singulus und Steag Hamatech.

Frankfurt am Main - Die Kurse am Neuen Markt werden sich nach Einschätzung der DG Bank nach den jüngsten Einbrüchen bald wieder erholen. Karl Eugen Reis, Leiter der Aktienanalyse der Genossenschaftsbank, bezifferte am Freitag das Kursziel für den Nemax-Index des Wachstumssegments mit 8500 Punkten zum Jahresende. Damit würde der Markt wieder zu seinem Ende 1999 erreichten Allzeithoch zurückkehren.

Die bevorstehende T-Online-Emission sieht er wegen ihrer internationalen Bedeutung nicht als Belastung für speziell das deutsche Wachstumssegment. Viele weitere Neuemissionen oder enttäuschende Quartalszahlen von amerikanischen Wachstumunternehmen könnten hingegen kurzfristig noch einmal auf die Kurse drücken.

In diesen Fällen könne der alle Aktien umfassende Nemax seinen am 5. April erzielten Tiefststand von 5500 Punkte noch einmal antesten, hieß es in der Studie. Die Experten von der DG Bank begründen ihr Kursziel mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Bei einem Punktestand von 8500 zum Jahresende hätte der Markt auf der Basis der erwarteten Gewinne für das Jahr 2002 ein KGV von 62,3, rechnete Reis auf der Präsentation der neunten DG Bank-Sonderstudie für den Neuen Markt vor.

Den selben Wert habe der Markt auf der Basis der für 2001 erwarteten Gewinne gehabt, als er bei 5500 Punkten notierte. "Das Kursziel ist also konservativ gesteckt", sagte Reis.

Obwohl sich der Neue Markt aufgrund seiner ständig wachsenden Zahl von Titeln statistisch nur schwer fassen lasse, sei eine zyklische Entwicklung des 1997 geschaffenen Segmentes festzustellen, in dem sich Euphorie und Enttäuschung stets abgewechselt hätten. Nach den jüngsten Einbrüchen, die der Euphorie zu Jahresbeginn gefolgt seien, stünden die Zeichen nun wieder auf Erholung. "Der Neue Markt wird langfristig eine Erfolgstory bleiben", sagte Reis. Eine bedeutende Rolle komme dabei den ausländischen Anlegern zu, deren Interesse am Wachstumssegment zunehme. Die DG Bank wollte nicht ausschließen, dass der Neue Markt auch in Zukunft zur Überbewertung neige, die aus der charakteristischen Marktenge resultiere.

Seit Jahresbeginn hat sich die Zahl der am Neuen Markt gelisteten Unternehmen um 46 auf 247 erhöht. Das entspricht nach Angaben der DG Bank im Vergleich zum Juli 1999 einer Verdoppelung. Die aus der Anzahl der gehandelten Aktien multipliziert mit den Börsenkursen errechnete Marktkapitalisierung habe sich seit dem letzten Tief im vergangenen September auf 178 Milliarden Euro vervierfacht. Davon seien 51 Prozent auf Kursgewinne zurückzuführen und 49 Prozent auf neu notierte Titel.

Durch die T-Online-Emission wird die Kapitalisierung noch einmal deutlich steigen. Mit bis zu 38,4 Milliarden Euro wird T-Online den bisherigen Spitzenreiter BroadVision mit rund 10,6 Milliarden Euro ablösen.

Die DG Bank empfiehlt insbesondere den Privatanlegern, die jüngsten Kursrückschläge zu nutzen, um günstig in Titel einzusteigen, die sich durch fundamentale Argumente und moderate Kurs-Gewinn-Verhältnisse auszeichnen.

Auf der Liste der Analysten besonders zu empfehlenden Titel befinden sich neben Abit, Teleplan und Tepla auch die als unterbewertet eingestufte LPKF Laser & Electronic AG.

Auch die Singulus-Aktie wurde als im Vergleich zu den Papieren des zum reduzieren empfohlenen Konkurrenten Steag Hamatech als unterbewertet eingestuft. Einen klaren Kauf sehen die Analysten außerdem in den Papieren des sächsischen Computer-Unternehmens Lintec

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