ABN Amro Keine Entwarnung bei Hightech-Titeln

Die Analysten der niederländische Investmentbank geben auch nach dem jüngsten Kursrutsch der Hightechs keine Entwarnung für dieses Segement und empfehlen klassische Titel.

Für diejenigen, die daran glaubten, dass die europäischen TMT-Aktien (Technologie, Medien, Telekommunikation) schon einen Boden gefunden hätten, machte sich der Analyst Matt Dennis am Donnerstag einige strategische Gedanken über die Frage "New Economy versus Old Economy".

Ohne Zweifel werde der Kursrutsch an der Nasdaq eine Neubewertung des europäischen Sektors einläuten. Allerdings sei es aus Analysesicht notwendig, einen zweiten Blick auf diese Aktiengruppe zu werfen.

Denn auf relativer Basis seien die TMT-Titel nur wenig abgewertet worden, die Ausnahme seien die Aktien aus der Sparte Informations-Hardware. Es sei bei weitem zu früh, aus der heutigen Kursschwäche - außer auf lange Sicht - eine gute Kaufgelegenheit zu folgern.

Auch wenn sich die Aktien aus der sogenannten "New Economy" innerhalb der Eurozone noch in diesem Frühjahr wieder stabilisieren dürften, gebe es weiter gute Gründe, Werte aus der alten Ökonomie zu favorisieren.

Die Aktien aus der Alten Ökonomie seien im übrigen nicht nur im relativen Vergleich zu den Technologietiteln neu bewertet worden, sondern auch in absoluten Zahlen. Dies zeige sich vor allem an den Nahrungsmittelherstellern und an den Lebensmittel-Einzelhändlern.

Ansonsten hätten sich die europäischen Finanz- und Öltitel mit einem absoluten Plus von sieben Prozent am besten geschlagen. Die Entwicklung der letztgenannten Aktien sei besonders hervorzuheben, da sie während eines Rückgangs des Ölpreises von 30 Dollar je Barrel auf unter 23 Dollar erfolgt sei.

Der Aufstieg und der Ausverkauf der europäischen Aktien der Neuen Ökonomie sei im übrigen ohne Unterschied erfolgt, hob Dennis hervor. In den vergangenen Wochen hätten alle Titel aus der Sparte TMT rund 400 Milliarden Euro an Wert verloren. Davon seien 227 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung auf die Telekomaktien entfallen, die Informationstechnologie habe 96 Milliarden Euro an Wert eingebüßt, die Sparte Medien 61 Milliarden Euro. In Prozentsätzen ausgedrückt hätten die Medienaktien mit einem Minus von 21 Prozent die größten Verluste hinnehmen müssen.

Dagegen hätten sich die Werte aus der Informationstechnologie sowohl in Europa als auch in den USA am besten gehalten. Diese Aktien sind auch nach Meinung von Dennis der sicherste Anlagehafen für TMT-Investoren.