BMW Britisches Parlament nennt Münchener inkompetent

Das britische Parlament nennt die Trennung des Autokonzern von der Verlusttochter Rover "chaotisch". Firmenchef Joachim Milberg muss sich zudem den Vorwurf "übertriebener Geheimhaltung und Inkompetenz" gefallen lassen.

London - Das britische Parlament erhebt schwere Vorwürfe gegen BMW. Nach einem Untersuchungsbericht des Handels- und Industrieausschusses hat die Konzernspitze zu spät erkennen lassen, dass sie sich von Rover trennen wolle. Industrieminister Stephen Byers sei durch diese "Geheimhaltungstaktik" daran gehindert worden, früher zu reagieren.

BMW-Chef Joachim Milberg hatte in den vergangenen Wochen behauptet, er habe Byers klare Signale für eine "veränderte Strategie" bei Rover gegeben. Der Industrieminister habe daraus aber nicht erkennen können, dass Rover zerschlagen und verkauft werden sollte, so der Ausschuss.

Byers kann nun aufatmen, nachdem die konservative Opposition schon seinen Rücktritt gefordert hatte. Der einzige Kritikpunkt an Byers' Ministerium war, dass "die Regierungsmaschinerie mehr hätte tun können und müssen, um Frühwarnzeichen für die nachlassende Unterstützung von BMW für die Rover-Gruppe aufzufangen."