Mobilcom UMTS-Bieterschlacht kippt auch große Anbieter

An der Börse setzt die Telefongesellschaft ganz darauf, demnächst eine der begehrten UMTS-Lizenzen ergattern zu können. Doch das wird teuer. In Grossbritannien möchte jetzt der US-Riese MCI Worldcom nicht mehr mitbieten.

London - Im Wettbewerb um die britischen Mobilfunk-Lizenzen der dritten Generation (UMTS) hat MCI WorldCom aufgegeben. Dies teilte die britische Regulierungsbehörde für Telekommunikation am Donnerstag in London mit. WorldCom hatte bei dem Bieterwettstreit zuletzt rund 3,8 Milliarden Pfund für eine A-Lizenz geboten, war aber nun von dem kanadischen Anbieter TIW ausgestochen worden, der 3,9 Milliarden bot.

Damit verbleiben für die insgesamt fünf UMTS-Lizenzen noch sieben Bieter im Rennen, darunter die Ex-Monopolisten Deutsche Telekom mit der britischen Tochter One2One, France Telecom, British Telecom, die spanische Telefonica sowie Vodafone AirTouch und dessen Tochter Mannesmann.

Bei der bereits seit sechs Wochen laufenden Auktion lagen am Donnerstag Gebote über insgesamt 18,51 Milliarden Pfund vor - gut fünf Mal mehr als ursprünglich von der britischen Regierung erwartet.

Der britische Markt gilt jedoch als weniger bedeutend als der deutsche. Hier müssen also Mobilcom und der neue Partner France Télécom, die zusammen gegen Konkurrenten antreten wollen, reichlich Geld in die Hand nehmen.

In Grossbritannien lag Vodafone am Donnerstag nach Angaben der Radiocommunications Agency bei der B-Lizenz mit 4,54 Milliarden Pfund an der Spitze. Telefonica lag bei der C-Lizenz mit 3,4 Milliarden Pfund vorne, die britisch-amerikanische NTL, die mit France Télécom ein Konsortium gebildet hat und zuletzt 3,29 Milliarden bot, bei der D-Lizenz. Diese Lizenz will sich auch One2One sichern; die Telekom-Tochter bietet aber weniger als NTL.

Die Noch-Mannesmann-Tochter Orange, die im Zuge der Fusion mit Vodafone verkauft werden muss, stach mit 3,35 Milliarden Pfund vorläufig die Mitbieter bei der E-Lizenz aus.

Ein Ende des Bieterwettstreits ist noch nicht abzusehen. Die Auktion endet erst, wenn in jedem der fünf Bereiche nur noch ein Bewerber übrig bleibt.