Commerzbank Offen für Gespräche mit der Dresdner

Statt blau-grün nun grün-gelb? Die Börse spekuliert über eine Fusion von Commerzbank und Dresdner. Commerzbank-Chef Kohlhaussen zeigt sich offen für Gespräche: "Ich würde nicht ausschließen, dass die Dresdner gut passen würde."

Frankfurt am Main - Die Commerzbank ist nach den Worten ihres Vorstandssprechers Martin Kohlhaussen offen für Gespräche mit der Dresdner Bank über eine mögliche Zusammenarbeit. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires sagte er am Donnerstag, beide Banken hätten seit der geplatzen Fusion zwischen der Dresdner und der Deutschen Bank AG zwar nicht miteinander gesprochen. Auf die Frage, ob er sich irgend eine Verbindung zwischen beiden Banken vorstellen könnte, antwortete er jedoch: "Ich würde nicht ausschließen, dass die Dresdner gut passen würde."

Kohlhaussen führte weiter aus, dass die Dresdner Bank zunächst einmal zu überprüfen scheine, was sie jetzt am besten machen solle. Es könne aber der Zeitpunkt kommen, zu dem man sich darüber austausche, was man als nächstes machen könne. Kohlhaussen betonte, dass die bisher befolgte Strategie der europäischen Partnerschaften nur die "zweitbeste Option" sei.

"Unsere beste Option wäre die Kräftebündelung auf einheimischer, nationaler Ebene", sagte er. Man benötige mit dem potenziellen Partner aber eine gemeinsame Geschäftsgrundlage. Kohlhaussen widersprach Spekulationen, dass er eine Zusammenarbeit oder Fusion mit der HypoVereinsbank anstrebe oder dass es entsprechende Verhandlungen gebe. "Wenn mein Kollege in München (der Hypo-Vorstandsvorsitzende Albrecht Schmidt, d.Red.) International Banking oder Investment Banking nicht mag, dann ist das eben so", sagte Kohlhaussen. 40 Prozent des Commerzbankgewinnes stammten aber aus dem nichtdeutschen Geschäft, das man nicht aufgeben könne.

Auch eine Fusion mit der Deutschen Bank halte er für unwahrscheinlich. Sowohl deren Vorstandsvorsitzender Rolf-Ernst Breuer als auch er hätten angedeutet, dass sie dafür keine Basis sähen.

Die Aktie der Commerzbank hat sich am Donnerstagmittag gegen den Trend an der Spitze des Dax eingerichtet. Der Titel stieg bis 11.45 Uhr um 1,85 Prozent auf 41,24 Euro. Frank Geilfuss, Analyst des Bankhauses Löbbecke, nannte als einen Faktor für den Kursanstieg die anhaltende Fusionsfantasie mit der Dresdner Bank.

Vor allem schlage sich die Firmenstrategie der Commerzbank im Aktienkurs nieder: Denn das Kreditinstitut habe mit ihrem System loser Partnerschaften mit anderen europäischen Großbanken recht behalten und nicht auf Fusionen gesetzt. Geilfuss zeigte sich daher "dankbar" darüber, dass die Deutsche und die Dresdner Bank nicht zusammengingen. Denn sein Haus habe die Aktie schon bei 28 Euro empfohlen und letztlich recht behalten.

Auch verschmähe die Commerzbank genau wie die HypoVereinsbank nicht die Kleinanleger, sondern öffne die Tür für sie.