SAP Nach Kursrutsch ein Kauf

Der Softwareriese soll im ersten Quartal einen Verlust von 150 Millionen Euro eingefahren haben. Trotz Dementis von SAP steht die Aktie unter Druck. Lohnt sich der Einstieg?

Frankfurt am Main - Die Aktie des Walldorfer Softwarehauses SAP ist am Donnerstag stark unter Druck geraten. Während sich der Dax gegen 11.30 Uhr mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 7370 Zähler hielt, rutschten SAP Vz. um 4,9 Prozent auf 634,50 Euro.

Meriyn Nederveen, Analyst der niederländischen Investmentbank ABN Amro machte einen Artikel des Magazins "Finanzen" für den Kursdruck verantwortlich. Demnach weist SAP im ersten Quartal einen Verlust aus. Analysten gingen von einem Minus von bis zu 150 Millionen Euro aus.

Die Verluste sollen unter anderem die überproportional wachsenden Personalkosten aufgrund des Mitarbeiter-Beteiligungsprogrammes Star und den Aufbau der Internet-Plattform my.SAP entstanden sein. "Das kann ich nicht bestätigen", sagte ein SAP-Sprecher am Mittwochabend in Walldorf. SAP wird seine Quartalszahlen am 19. April bekannt geben.

Inzwischen gibt es erste Hinweise, dass sich die Investoren schon wieder einen Einstieg in SAP überlegen. "Bei 620/630 Euro kann man durchaus erste Positionen aufbauen", sagte ein Händler. Eine richtige Unterstützung gebe es dann bei 580 Euro.

Auch ABN Amro rechnet für das erste Quartal mit Verlusten. Allerdings sei dies ein Sonderfaktor wegen des Investitionsstaus infolge des Jahr-2000-Problems. Für das Gesamtjahr 2000 blieb Nederveen dennoch optimistisch, vor allem das zweite und dritte Quartal dürften sich recht stark entwickeln. Für ABN Amro ist die Aktie noch immer ein Kauf mit einem Sechsmonats-Kursziel von 825 Euro.

Lehmann Brothers erneuern Kaufempfehlung für SAP

Auch die Analysten von Lehman Brothers behalten ihre Kaufempfehlung trotz der gestrigen Entscheidung von Volkswagen bei, anstatt der E-Commerce-Plattform von SAP dem Konkurrenten IBM den Vorzug zu geben. Es handele sich dabei zwar um eine entgangene Chance für die Walldorfer, zumal VW ein wichtiger Kunde sei. Einen Grund zur Panik gebe es jedoch nicht. Schließlich lägen SAP mit ihrem Angebot für eine gemeinsame Business-to-Business-Lösung für DaimlerChrysler, General Motors und Ford vorn. Gerüchten zufolge habe diese Tatsache bei der Entscheidung von VW gegen SAP eine wichtige Rolle gespielt.

Die SAP-Aktien hatten noch am 10. März ein Allzeithoch von 1092 Euro erreicht, waren dann aber im Gefolge der US-Technologiewerte um mehr als 40 Prozent eingebrochen.