Dresdner Bank Häusler und Lipp sollen gehen

Ernst-Moritz Lipp und Kleinwort-Benson-Chef Gerd Häusler wollen Berichten zufolge den Vorstand verlassen. Sie seien darüber verärgert, dass nach der geplanten Fusion für sie kein Platz im Führungsgremium vorgesehen war.

London - Die Spekulationen über eine unmittelbar bevorstehende weit reichende Umstrukturierung in der Führungsspitze der Dresdner Bank haben auch am Donnerstag weiter angehalten. Ungeachtet anderer Informationen aus Kreisen der Bank sagte Unternehmenssprecherin Gabriele Eick am Donnerstag auf Anfrage, es sei für den (heutigen) Donnerstag keine Vorstandssitzung vorgesehen gewesen, und es finde auch "keine Sitzung dieses Gremiums am heutigen Tage statt".

Aus Kreisen der Bank verlautete dagegen, eine kurzzeitig anberaumte Vorstandssitzung noch am Donnerstag sei sehr wahrscheinlich, aber noch nicht endgültig beschlossen.

In Londoner Bankenkreisen hatte es am Mittwoch geheißen, nach dem Scheitern der Fusion von Dresdner und Deutscher Bank in der vergangenen Woche solle bei der Investmentbank der Dresdner Bank, der Dresdner Kleinwort Benson (DKB), ein umfangreicher Managementumbau stattfinden. DKB-Chef Gerd Häusler, der auch dem Vorstand der Dresdner Bank angehört, wolle zurücktreten.

Häusler sei darüber verärgert, dass er nach den ursprünglichen Fusionsplänen nicht mehr zum Vorstand der neuen Bank gehört hätte. Die Dresdner Bank kommentierte die Meldung bislang nicht. Am Streit um die DKB war vor einer Woche die Fusion der beiden Frankfurter Großbanken zur größten Bank der Welt gescheitert.

Nach Berichten der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wird auch der für das Firmengeschäft zuständige Vorstand Ernst-Moritz Lipp aus dem Dresdner-Bank-Vorstand ausscheiden. Diese Entscheidung solle - wie die Klärung personeller Fragen im Investmentgeschäft - auf der Vorstandssitzung der am Donnerstag fallen, hieß es in der "FAZ". Lipp sollte ebenso wie Häusler bei der geplanten Fusion von Deutscher und Dresdner Bank nicht in den Vorstand des neuen Instituts einrücken.

Unterdessen schloss die niederländische Bank ABN Amro ein Angebot zur Übernahme der Dresdner Bank aus. Mit einem Kauf der Dresdner Bank würde ABN "nichts, als ein Problem einkaufen", zitierte die Financial Times den ABN-Chef Jan Kalff.