C&N Thomson lehnt Angebote ab, die es nicht gibt

Der grösste britische Reiseveranstalter Thomson lehnt auch das nachgebesserte Kaufangebot von Lufthansa und KarstadtQuelle ab. Die Bieter behaupten unterdessen, es gebe keine Offerten. Nun wollen beide miteinander reden.

Oberursel / London - Thomson Travel hat Gesprächen mit der C&N Touristik AG zugestimmt, nachdem die Briten zuvor auch das aufgestockte Kauf-Angebot von C&N über 1,45 Millionen Pfund abgelehnt hatten.

Thomsons Berater wollen sich demnächst mit Managern der Nummer zwei auf dem deutschen Touristikmarkt treffen, berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. C&N, Condor und Neckermann, ist jeweils zur Hälfte im Besitz von Lufthansa und KarstadtQuelle.

C&N: "Wir haben kein Angebot vorgelegt"

C&N dementierte unterdessen, überhaupt ein Angebot vorgelegt zu haben. Dabei handele es sich um reine Spekulationen. "Es gibt nach wie vor keine offizielle Offerte von C&N, und es wurden keine neuen Summen genannt", betonte Unternehmenssprecher Gerd Leidinger am Mittwoch.

Bei C&N wird vermutet, dass die neuen Angebots-Gerüchte aus Kreisen Londoner Investmentbanker stammen. Bislang habe es keine Gespräche mit dem Thomson-Vorstand gegeben, hieß es von Condor-Neckermann in Oberursel. C&N sei nach wie vor an dem britischen Reisekonzern interessiert.

Thomson: "Wir lehnen auch das höhere Angebot ab"

Der britische Reiseveranstalter Thomson Travel hatte zuvor mitgeteilt, dass auch ein neues, erhöhtes Kauf-Angebot durch die deutsche Gruppe C&N Touristik abgelehnt wurde. Ein Sprecher Thomsons sagte am Mittwoch in London, der Vorstand habe ein Angebot in Höhe von 1,45 Milliarden Pfund zurückgewiesen. Eine Woche zuvor war bereits ein Angebot in Höhe von 1,3 Milliarden Pfund abgelehnt worden.

C&N habe das neue Angebot unter der Bedingung gemacht, dass der Thomson- Vorstand der Übernahme zustimme, es sich also nicht um eine feindliche Übernahme handele. Der Thomson-Sprecher sagte jedoch, auch das neue Angebot "spiegelt nicht den Wert des Geschäfts und dessen Aussichten wider".

Das Angebot sei zu niedrig, weil man derzeit die Geschäftsstrategie neu plane und dabei jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von mindestens 50 Millionen Pfund vorsehe. Man beabsichtige, die Profitabilität deutlich zu erhöhen und die Präsenz im Internet zu verstärken.

Das neue Angebot von C&N Touristik liegt mit einem Wert von 145 Pence pro Aktie klar über dem Wert, den die Thomson-Aktien am Dienstag bei Börsenschluss in London hatten (128 Pence). Analysten gehen allerdings davon aus, dass C&N wenigstens 160 Pence pro Aktie bieten müsse.

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