Wella Startete sehr gut im ersten Quartal

Mit Mühe schafften die Darmstädter im vergangenen Jahr zumindest ein Teil des angepeilten Gewinn- und Umsatzziels. Der Ausblick zeigt aber, dass der Aufwärtstrend im ersten Quartal anhielt.

Darmstadt - Der Darmstädter Haarkosmetikhersteller Wella setzt nach einem Rekordgewinn im vergangenen Jahr auf weiteres Wachstum. "Das Jahr 2000 wird auf Grund des weltwirtschaftlichen Umfeldes und unserer eigenen Aktivitäten ein exzellentes Jahr", sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende der Wella AG Jörg von Craushaar am Mittwoch auf der Bilanz-Pressekonferenz in Darmstadt.

Unter seiner Führung seit Ende 1995 sei Wella hinter dem L'Oreal-Konzern weltweit zur Nummer zwei im Haarpflegemarkt aufgestiegen. Craushaar will sein Amt am 24. Mai auf der Hauptversammlung der Wella AG an seinen Nachfolger Heiner Gürtler abgeben. Der war erst Ende März vom Aufsichtsrat nominiert worden.

Für das laufende Jahr rechnet Craushaar mit einer Steigerung des Konzernumsatzes um sieben Prozent sowie einem "überproportionalen" Gewinnwachstum. Bereits das erste Quartal 2000 sei mit einer Steigerung um 23,7 Prozent "fantastisch gelaufen" und habe das gute Ergebnis des vierten Quartals 1999 (plus 20,2 Prozent) noch einmal übertroffen. "Das war noch nie in der Geschichte von Wella da", kommentierte Craushaar die Umsatzzuwächse.

Im schwierigen Marketing-Geschäft, das bei Wella stets für neue personelle Differenzen gesorgt hat, setzt das Unternehmen nun auf eine neue Strategie. Vor allem im Bereich Haarkosmetik soll der Markennamen Wella intensiv beworben werden, sagte Craushaar. Die bereits in den Vorjahren begonnene Einmarkenpoltik sei die Antwort des Konzerns auf die Globalisierung des Handels, der hohen Wettbewerbsintensität und dem Vormarsch der neuen Medien wie dem Internet. Der Werbetat werde in diesem Jahr zu 80 Prozent auf die Marke Wella ausgerichtet. "Wella soll zum Synonym für Haarkosmetik werden", sagt Craushaar.

Im vergangenen Jahr verbesserte der Konzern seinen Jahresüberschuss um 30,3 Prozent auf 85 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern wuchs um 20,1 Prozent auf 152,6 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 7,7 Prozent auf 2,37 Milliarden Euro.

Dabei habe Wella vom beschleunigten Wachstum des Weltmarktes sowie von verbesserte Rendite- und Bilanz-Kennziffern profitiert.

Vor allem in Nordaremika griffen Frauen und Friseure verstärkt nach Haartönungs- und Pflegemittel aus Darmstadt. Der Umsatz stieg um 6,4 Prozent auf 545 Millionen Euro. In Asien vollzog Wella eine Kehrtwende nach der Krise und erreichte ein Umsatzanstieg um 25,9 Prozent auf 307 Millionen Euro. In Europa wurde der Umsatzanstieg durch die rückläufige Entwicklung in Osteuropa auf fünf Prozent gedämpft. Deutschland blieb mit 679 Millionen Euro (plus 6,6 Prozent) das umsatzstärkste Land der Wella-Gruppe.

Der Vorstand will der Hauptversammlung eine Dividendenerhöhung um jeweils sieben Cents auf 0,36 Euro pro Stammaktie sowie 0,38 Euro pro Vorzugsaktie vorschlagen. Zusätzlich werde eine Gutschrift der Körperschaftssteuer in Höhe 0,05 und 0,06 Euro je Stamm- und Vorzugsaktie mitgegeben, was für Inländer eine im Vergleich zum Vorjahr 40 Prozent höhere Ausschüttung gleichkomme.

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