Preussag Neue Rekordmarken angepeilt

Der Touristik-Konzern verdient immer besser. Vorstandschef Frenzel kündigt neue Rekorde bei Gewinn und Umsatz an. Die Hauptversammlung heute soll weitere Mittel genehmigen, um die Sparte durch Zukäufe auszubauen.

Hannover - Der Preussag-Konzern steuert im laufenden Geschäftsjahr auf neue Rekordmarken zu. In den ersten fünf Monaten stieg der Umsatz um 33 Prozent auf 13,3 Milliarden Mark.

Der bisherige Geschäftsverlauf lasse erwarten, dass der Jahresgewinn "wiederum eine neue Bestmarke erreichen wird", sagte Konzern-Chef Michael Frenzel am Mittwoch zu Beginn der Hauptversammlung in Hannover. Das Ergebnis vor Steuern hatte dank der besonders gut laufenden Tourismus-Sparte im vorigen Jahr erstmals knapp über einer Milliarde Mark gelegen.

Allerdings gibt es nun auch erste personelle Differenzen im Konzern. So verlässt TUI-Chef Born das Haus und zeigt damit Schwierigkeiten bei der Integration von Hapag-Lloyd und der TUI an. Frenzel selbst soll ebenfalls auf dem Absprung sein - Spekulationen zufolge soll er seinen Ziehvater Friedel Neuber auf dem Chefposten der WestLB beerben.

Weitere Touristik-Zukäufe geplant

Frenzel will die Touristik weiter ausbauen und kündigte an, dass sich die Preussag sich weitere Zukäufe offen halte. Immerhin bietet der Konkurrent C&N gerade für eine Übernahme der britischen Thomson-Gruppe und könnte bei einem Erfolg den Umsatz der bei Preussag zusammengefassten Gruppe aus TUI und Hapag-Lloyd überflügeln.

Konkrete Pläne nannte Frenzel zunächst nicht. Bekannt ist aber, dass seit längerem Gespräche mit führenden Touristikunternehmen in Frankreich, Spanien und Italien laufen. Spekuliert wurde unter anderem über eine Übernahme der angeschlagenen Club Mediterannée.

Die Hauptversammlung soll einer Reihe von Kapitalmaßnahmen im Volumen von neun Milliarden Mark zustimmen, unter anderem einer Kapitalerhöhung und der Möglichkeit für Aktienrückkäufe.

Weiteres Kapital will sich der Konzern durch den Verkauf der Sparten Energie/Grundstoffe und Gebäudetechnik besorgen. Dieses sollen auf die Preussag Industrie AG abgespalten und mittelfristig an der Börse verkauft werden.

120 Millionen Mark für Touristik im Internet

Zudem soll das Internet zu einem zentralen Handels- und Vertriebsweg ausgebaut werden. Das gelte für alle Sparten des Konzerns von der Touristik bis zu den Industriebeteiligungen, sagte Frenzel.

Allein in der Touristik werde Preussag mit der TUI Group in diesem Jahr rund 120 Millionen Mark in den Ausbau der eigenen Internet-Plattform investieren. Branchenexperten gehen davon aus, dass schon in Kürze rund 20 Prozent der Reiseumsätze elektronisch über das Internet gebucht werden. Das Geschäft im so genannten E- Commerce entwickele sich rasant. "Wir sind bereit, das Tempo mitzugehen", erklärte Frenzel.

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