Freitag, 19. April 2019

Seltene Erden Clinton warnt China

Knappe Rohstoffe: Welchen Branchen Engpässe bevorstehen
DPA

Im Streit um die begehrten Seltenen Erden übt nun auch US-Außenministerin Hillary Clinton Druck auf die chinesische Regierung aus. Clinton fordert von Peking, die betroffenen Rohstoffe wieder über die Landesgrenzen hinaus zu verkaufen.

Honolulu - "Das ist ein Weckruf." US-Außenministerin Hillary Clinton hat mit klaren Worten in den Streit um die Verknappung der sogenannten Seltenen Erden wie Lanthan, Europium und Neodym eingegriffen. Auf einer Pressekonferenz in Honolulu hat sie Peking zu einem klaren Bekenntnis aufgefordert, wie der Export der Metalle künftig geregelt werden soll. Diese Rohstoffart ist wichtig für die Hightech-Industrie auch im Westen, China genießt als Lieferant praktisch ein weltweites Monopol.

Die Restriktionen Pekings bei der Ausfuhr hatten zuletzt weltweit Besorgnis in der Industrie ausgelöst, auch in Deutschland. China habe den Export der sogenannten Seltenen Erden aus eigennützigen Gründen massiv beschränkt, kritisierte zuletzt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf. Durch die Exportbeschränkungen seien die Preise einiger Metalle schon um das Dreifache gestiegen. Bis Jahresende sei sogar eine Steigerung auf das Fünf- bis Siebenfache möglich.

Ein Sprecher des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie hatte zuvor beteuert, die Metalle würden nicht als "Druckmittel in Verhandlungen" mit anderen Staaten eingesetzt. Clinton sagte dazu: "Ich hoffe, dass dies bedeutet, dass der Handel mit diesen wichtigen Materialien uneingeschränkt und ohne Behinderungen fortgesetzt wird."

Zugleich sagte die US-Außenministerin, alle Industriestaaten müssten nach neuen Vorkommen suchen. Damit spielte sie namentlich auch auf Japan an - Chinas Nachbarstaat hat bereits angekündigt, auf Seltene-Erden-Vorkommen in Vietnam ausweichen zu wollen. Diese werden aber frühestens 2013 erschlossen sein. Clinton hielt ihre Pressekonferenz gemeinsam mit dem japanischen Außenminister Maehara ab.

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