Dresdner Bank Wird Vorstand radikal umgebaut?

Nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank will der designierte Vorstandschef Bernd Fahrholz Presseberichten zufolge die Führungsriege rigoros umbauen. Bereits am Mittwoch sollen personelle Entscheidungen fallen.

Frankfurt am Main - Das berichtet die Deutschen Presse-Agentur. Das "Handelsblatt" berichtet, der Aufsichtsrat wolle den zehn Mitglieder starken Vorstand auf seiner nächsten Sitzung am 19. Mai nahezu vollständig neu besetzen. Der Zeitung zufolge wackeln als Folge der gescheiterten Fusion die Stühle von Joachim von Harbou (Privatkunden), Ernst-Moritz Lipp (Firmengeschäft), Bernd Voss (Finanzen), Horst Müller (Risikomanagement), Heinz-Jörg Platzek (Beschaffung) und Andreas Bezold (Risikocontrolling).

Wie die Zeitung weiter berichtete, dürfte der für das Investmentbanking zuständige Vorstand Gerd Häusler hingegen wegen "guter politischer Kontakte und guter Kenntnisse im Investment-Banking im Vorstand bleiben". Zudem werde darüber nachgedacht, das Kontrollgremium "noch stärker auf Allianz-Kurs zu bringen".

Die Dresdner Bank wollte dies zunächst nicht kommentieren. Widerspruch kam dagegen vom Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat der Bank, Sultan Salam. "Es stimmt nicht, dass der Aufsichtsrat einige Vorstandsmitglieder loswerden will", sagte Salam.

Salam sagte weiter, ein Umbau des Vorstands würde zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn machen. Vorstandssprecher Bernhard Walter hatte am vergangenen Donnerstag angesichts des Scheiterns der Fusion mit der Deutschen Bank wenige Tage zuvor seinen Rücktritt zum Monatsende angekündigt. Sein Nachfolger, Bernd Fahrholz, müsse in den nächsten vier bis sechs Wochen eine neuen Strategieplan für die Bank präsentieren, so Salam.

Laut "Wirtschaftswoche" hat der Vorstand der Dresdner Bank am Montag die Ausgründung der Investmentbank-Tochter Dresdner Kleinwort Benson (DKB) beschlossen. Zudem sollen für die verbliebenen DKB-Mitarbeiter "umfangreiche finanzielle Anreize" geschaffen werden. Vor allem wegen des Streits über einen Verkauf der Inverstmentsparte war die Fusion mit der Deutschen Bank gescheitert.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.