Deutsche Bank 24 Mit Gewinn gestartet - jetzt wird es schwerer

Die Filialtochter der Deutschen Bank sei mit Gewinn gestartet, freut sich Vorstandschef Herbert Walter. Der Ausblick bleibt jedoch eher verhalten, denn die vergangenen Tage haben den Ruf des Instituts ramponiert.

Frankfurt - Die Filialtochter der Deutschen Bank operiert vom Start weg mit Gewinn. In den ersten Monaten der Selbstständigkeit erzielte die Deutsche Bank 24 ein Betriebsergebnis nach Risikovorsorge von 177 Millionen Euro, berichtete Vorstandssprecher Herbert Walter auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Die Deutsche Bank 24 fasst seit Anfang September 1999 die Filial- und Direktbank-Aktivitäten der Deutschen Bank zusammen. Die Retail-Bank, deren Bilanzsumme Ende 1999 bei 46 Milliarden Euro lag, habe innerhalb der ersten sieben Monate seit Bestehen mehr als 300.000 neue Kunden gewonnen, sagte Walter. Der Kundenstamm sei auf inzwischen 7,1 Millionen gewachsen. Dieses Kundenwachstum liege "bei weitem" über den Erwartungen, fügte der Vorstandssprecher hinzu.

Das dürfte jedoch kurzfristig nicht so bleiben. Mit der geplanten Bankenfusion hat auch der Ruf des Instituts - der Markteintritt kostete rund 54 Millionen Euro - nachhaltig gelitten.

Von Walter und seinem Vorstandskollegen der Dresdner Bank Joachim von Harbou wurde die Bank 24 als Institut der Kleinsparer und Klein-Unternehmer platziert - viele Kunden empfinden das als nachhaltigen Affront. Neu ist diese Aussage jedoch nicht - sie gehörte von Anfang an zum Geschäftskonzept der Filialbank.

Im laufenden Jahr rechnet Walter dennoch damit, dass die Bank das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge deutlich steigern kann. Angepeilt sind über 200 Millionen Euro.

Dabei helfen soll das Ende 1999 beschlossene Programm "Vertriebsplattform 2000+", das die Direktbank- und E-Commerce-Aktivitäten der Bank stärken soll. Für das Programm, das ein Finanzierungsvolumen von 250 Millionen Euro umfasst und bis Mitte 2001 laufen soll, sei im Jahresabschluss 1999 eine Rückstellung von 204 Millionen Euro gebildet worden.

Die Deutsche Bank erhält aufgrund des Gewinnabführungsvertrags vom Gewinn des ersten Jahres einen Betrag von 38 Millionen Euro. Nach dem Betriebsergebnis habe sich eine Eigenkapitalverzinsung von 9,5 Prozent ergeben, teilte Walter mit. Die Cost-Income-Ration (CIR), die Relation von Aufwand zu Ertrag, belaufe sich auf 89,4 Prozent. Bezogen auf das Eigenkapital liege die Rendite der Deutschen Bank 24 bei zwei Prozent.

Dem positiven Betriebsergebnis stehe im Ausgründungsjahr ein negatives außerordentliches Ergebnis von 145 Millionen Euro gegenüber, sagte Walter. Das Zinsergebnis aus dem Kredit- und Einlagengeschäft habe 1999 knapp 1,4 Milliarden Euro erreicht, sagte Walter. Das Provisionsgeschäft habe 816 Millionen Euro und damit rund 40 Prozent zu den Gesamterträgen beigesteuert.

Den Verwaltungsaufwand einschließlich Risikovorsorge im Kreditgeschäft bezifferte der Vorstandssprecher auf zwei Milliarden Euro. Davon entfielen den Angaben zufolge etwa 890 Millionen Euroauf den Personalaufwand. Die Retail-Bank beschäftigte zum Jahresende 17.511 Mitarbeiter. Die Risiokovorsorge im Kreditgeschäft habe netto 72 Millionen Euro betragen.

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