Microsoft Muss "Internet Explorer" freigeben?

Nach dem Urteilsspruch gegen den Softwareriesen soll schnell eine wirksame Strafe verhängt werden. Die US-Regierung plant einem Pressebericht zufolge, dem Konzern die alleinigen Rechte an seinem Internet-Browser zu entziehen.

New York - Die US-Regierung erwäge, Microsoft zu einer Offenlegung des Programmcodes für den "Internet Explorer" gegenüber Computerherstellern und Nutzern zu verpflichten. Das berichtete die Online-Ausgabe des "Wall Street Journal" am Montag. Als weitere Möglichkeiten würden Auflagen für das Office-Paket und die Server-Software Windows 2000 in Betracht gezogen. Bislang sei aber noch nicht entschieden, ob diese Vorschläge vorgebracht werden.

Vertreter der US-Regierung und der Bundesstaaten haben sich dem Bericht zufolge gegen eine Aufspaltung des Softwarekonzerns ausgesprochen. Eine solche Strafe zögere eher hinaus oder könne durch die Berufung in Frage gestellt werden. Der Softwarekonzern könnte auf diese Weise noch Jahre lang in seiner jetzigen Form bestehen. Stattdessen suche man nach Rechtsmitteln, das sich schnell umsetzen ließen.

Der Bundesrichter Thomas Penfield Jackson hatte den weltgrößten Softwarehersteller vor einer Woche für schuldig befunden, gegen US-Kartellgesetze verstoßen zu haben. Microsoft wird vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung genutzt zu haben, um andere Anbieter vom Markt zu verdrängen. Demnach hat der Software-Gigant seinen Internet-Browser in das eigene Betriebssystem "Windows" integriert, um sich einen Vorteil gegen den härtesten Konkurrenten Netscape zu verschaffen. Die Verhandlung, bei der über Sanktionen gegen Microsoft entschieden werden soll, ist für den 24. Mai geplant.

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