Gerresheimer Glas Britische Investorengruppe kauft

Die Viag-Tochter hat einen neuen Besitzer: Die britische Investoren-Gruppe Investcorp steigt für rund 210 Millionen Euro ein - und verspricht, den Kauf als "Langfrist-Investment" zu sehen.

München - Vor der Fusion mit der Düsseldorfer Veba verkauft der Viag-Konzern die Verpackungstochter Gerresheimer Glas an die Londoner Investment-Gruppe Investcorp. Ein Vorvertrag über den Verkauf der 72,96 Prozent-Beteiligung sei bereits unterzeichnet, teilte Viag mit. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Nach Einschätzung von Branchenkennern liegt er bei etwa 210 Millionen Euro.

Eine Investcorp-Sprecherin sagte, die Übernahme sei für den Konzern als langfristige Investition gedacht. "Investcorp hat in der Vergangenheit immer einen sehr langen Atem gezeigt." Ein größerer Abbau von Arbeitsplätzen bei Gerresheimer sei mit Sicherheit nicht geplant. Die Veräußerung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Aufsichtsgremien beider Gesellschaften sowie der zuständigen Kartellbehörden.

Investcorp ist auf Unternehmensbeteiligungen, den Kauf von Immobilien und die Vermögensverwaltung spezialisiert. Seit der Gründung 1982 hat die Gruppe nach eigenen Angaben 55 Unternehmen für insgesamt rund 16 Milliarden Dollar übernommen.

Gerresheimer Glas konzentriert sich nach dem Verkauf der Behälterglasproduktion für die Lebensmittelindustrie im vergangenen Jahr auf das ertragsstarke Spezialglasgeschäft. Dazu gehören Pharma-, Labor-, Kosmetik- und Kleinglas. Der Umsatz sank durch die Verkäufe 1999 von 1,63 auf 1,47 Milliarden Mark. Der Überschuss im Konzern nahm durch Sondereffekte um das Doppelte auf 46,5 Millionen Mark zu. Die Mitarbeiterzahl ging um rund 2 100 auf 6 100 zurück.

Der Verkauf der Mehrheit an dem Düsseldorfer Unternehmen war bereits länger beschlossene Sache. Der neue Energiekonzern E.ON will sich insgesamt von Randgeschäften mit 55 Milliarden DM Umsatz trennen.

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