Korea Erstes Gipfeltreffen der einstigen Kriegsgegner

Nord- und Südkorea planen nach Angaben der südkoreanischen Regierung erstmals ein Gipfeltreffen der beiden Staatschefs. Bei dem Treffen soll es vor allem um wirtschaftliche Zusammenarbeit gehen.

Seoul - Der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung werde den nordkoreanischen Staatsführer Kim Jong Il vom 12. bis 14. Juni treffen, teilte der südkoreanische Vereinigungsminister Park Jae Kyu am Montag in Seoul mit.

Es wäre das erste Gipfeltreffen der einstigen Kriegsgegner, die noch immer keinen Friedensvertrag geschlossen haben. Die staatliche Agentur Nordkoreas KCNA meldete, das Treffen werde in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang und auf Bitten von Kim Dae Jung abgehalten. Die USA und Japan begrüßten die Ankündigung.

Bei dem Treffen solle es vor allem um wirtschaftliche Zusammenarbeit gehen, sagte Park. Gespräche zur Vorbereitung würden noch im April geführt. Zuvor hätten beide Seiten auf Treffen in Peking und Shanghai eine entsprechende Übereinkunft unterzeichnet.

Nach einer Meldung von KCNA soll es bei dem Treffen um die Beschleunigung der Versöhnung und Einheit, um Zusammenarbeit und Austausch gehen. Für Kim Jong Il ist es das erste Treffen mit einem Staatschef, seit er nach dem Tod seines Vaters, dem Staatsgründer Kim Il Sung, im Juli 1994 die Macht in Nordkorea übernommen hat.

Der japanische Außenminister Yohei Kono Japan begrüßte das geplante Gipfeltreffen als "epochal". Er hoffe, das Treffen werde wie geplant stattfinden. Erst in der vergangenen Woche hatten Nordkorea und Japan die ersten Gespräche seit sieben Jahren über eine Normalisierung ihrer Beziehungen geführt. Sie sollen im kommenden Monat fortgesetzt werden. Ähnliche Gespräche führte Nordkorea mit den USA.

Südkoreas Präsident Kim Dae Jung hatte Anfang April erklärt, er strebe ein Gipfeltreffen mit Nordkorea noch vor der Parlamentswahl in Südkorea am 13. April an. Eines von Kims Zielen ist die Wiedervereinigung mit dem kommunistischen Nordkorea, mit dem Südkorea von 1950 bis 1953 Krieg führte. Seither besteht ein Waffenstillstandsabkommen, aber kein Friedensvertrag.

Im Korea-Krieg entsandte China Millionen Soldaten, die auf Seiten der Demokratischen Volksrepublik im Norden kämpften. Die Republik Korea im Süden wurde von Soldaten der Vereinten Nationen (UNO) unter US-Führung unterstützt.

Nordkorea ist eines der letzten Länder, das vom früheren kommunistischen Herrschaftsbereich übrig geblieben ist. Es hatte sich selbst unter den kommunistischen Staaten weitgehend abgeschottet und versucht, ein autarkes Wirtschaftssystem zu schaffen. In den vergangenen Jahren wurde das Land von mehreren Überschwemmungen und Missernten heimgesucht.

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