Abgaben Bürgern droht 2011 Gebührenschock

Bürger müssen sich zum Jahreswechsel auf steigende Gebühren in den Kommunen einstellen. Klamme Städte und Gemeinden drängen zunehmend darauf, Abgaben zu erhöhen: Die Belastungen könnten sich sogar verdoppeln.
Müllabfuhr in Potsdam: Höhere Ausgaben für Straßenreinigung, Müllabfuhr und Nahverkehr

Müllabfuhr in Potsdam: Höhere Ausgaben für Straßenreinigung, Müllabfuhr und Nahverkehr

Foto: Ronald Wittek/ picture-alliance/ dpa

Berlin - Die Bürger müssen sich zum Jahreswechsel auf steigende Gebühren in den Kommunen einstellen. Zu rechnen sei mit Preiserhöhungen um bis zu 100 Prozent, berichtete die "Bild"-Zeitung am Montag. Die Städte und Gemeinden drängten zunehmend darauf, Gebühren zu überprüfen und zu erhöhen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB), Gerd Landsberg, dem Blatt.

Viele Kommunen hätten bereits Gebührensteigerungen für 2011 angekündigt, berichtete "Bild" weiter. Neben höheren Grundsteuern und Grunderwerbsteuern müssten die Bürger vielerorts auch steigende Ausgaben für den öffentlichen Personennahverkehr, Müllabfuhr, Straßenreinigung sowie Friedhöfe in Kauf nehmen.

Landsberg begründete den Gebührenanstieg mit der "dramatischen Finanzlage" der Kommunen. Sie machten in diesem Jahr mit insgesamt 14 Milliarden Euro ein Rekorddefizit. Landsberg forderte Bund und Länder auf, sich stärker an den Soziallasten der Kommunen zu beteiligen. "Hier brauchen wir endlich eine Wende. Sonst droht den Kommunen die Handlungsunfähigkeit", sagte der DStGB-Hauptgeschäftsführer der Zeitung.

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la/dpa-afx
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