Zertifikate Performance-Papiere bevorzugen

Neben Investmentfonds und der Direkt-Anlage in Aktien erfreuen sich Zertifikate wachsender Beliebtheit. Verbraucherschützer raten Anlegern allerdings, beim Kauf genau hinzuschauen.

Frankfurt am Main - Rund 400 Zertifikate werden derzeit in Deutschland gehandelt. Zwar stellen diese Papiere nach Einschätzung der Deutschen Bank keine Konkurrenz zu den Fonds mit ihren Milliardenzuwächsen dar, doch haben sie den Angaben zufolge in den vergangenen Jahren Zuwachsraten im zweistelligen Bereich verzeichnet.

Zertifikate unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von Fonds: Der Inhalt wird vor der Ausgabe festgelegt und in der Regel nicht mehr verändert. Für die Zertifikate wird daher im Gegensatz zu den Fonds, bei denen Manager die Werte je nach aktueller Entwicklung austauschen, keine Verwaltungsgebühr erhoben.

Viele Zertifikate bilden einen Aktien-Index ab, zum Beispiel den Dax. Ihre Entwicklung ist daher täglich nachvollziehbar.

Neben den reinen Index-Zertifikaten werden aber auch zunehmend Alternativ-Formen angeboten, zum Beispiel Zertifikate, die bestimmte Branchen oder Regionen umfassen. Diese werden regelmäßig überprüft, und gegebenenfalls werden Werte ausgetauscht. Allerdings müssen die Anbieter bei Ausgabe des Zertifikats bereits festlegen, nach welchen Kriterien sie Werte auswechseln wollen, zum Beispiel nach der höchsten Dividendenrendite.

Ein Fondsmanager ist dagegen wesentlich flexibler, was vor allem bei Schwächephasen der Märkte von Vorteil sein kann. Wenn die Börse nachgebe, seien aktiv gemanagte Fonds besser, heißt es bei der Stiftung Warentest. Kritisch sehen die Verbraucherschützer vor allem so genannte Preis-Zertifikate. Der Wert dieser Zertifikate errechne sich allein aus dem Kurs, das heißt Dividenden sind nicht enthalten. Im Durchschnitt entstehe dem Anleger damit eine Einbuße von 2,5 bis drei Prozent jährlich. Dies sei deutlich mehr als die Verwaltungsgebühr für einen Fonds. Anleger sollten daher darauf achten, dass sie so genannten Performance-Zertifikate erwerben, bei denen die Dividende berücksichtigt sei, empfehlen die Verbraucherschützer.

Nach Einschätzung von Stiftung Warentest sind Zertifikate vor allem für Anleger geeignet, die mittel- und nicht langfristig investieren wollten. Die Papiere haben in der Regel eine Laufzeit von maximal fünf Jahren.

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