Börse Dax gewinnt 3 Prozent in einer Woche

Die Hoffnung auf weiterhin billiges Geld hat den Dax auf ein Jahreshoch gehievt. Der Leitindex schließt knapp unter 6500 Zählern. Google sorgt für Käufe bei Technologiewerten. Lediglich die Zahlen von GE dämpfen den Schwung.
Entspannte Stimmung: An der Börse geht es derzeit aufwärts

Entspannte Stimmung: An der Börse geht es derzeit aufwärts

Foto: ddp

New York / Frankfurt am Main - Weiterhin gute Stimmung an der Börse: Der Dax  setzte seine am Mittwoch gestartete Rekordjagd fort und stieg bis zum Xetra-Schluss um 0,57 Prozent auf 6492 Punkte. Seit Wochenbeginn verbesserte sich der Dax um 3,19 Prozent. Der MDax schloss ebenfalls auf Zwei-Jahres-Hoch.

"Die Konsolidierung, mit der viele gerechnet haben, ist bislang ausgeblieben", sagte Florian Weber, Handelsvorstand bei der Schnigge Wertpapierbank. An diesem Freitag hatte US-Notenbankchef Ben Bernanke zudem erneut erklärt, er könnte die Geldpolitik weiter lockern.

Ferner wurde bekannt, dass sich in den USA das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im Oktober überraschend eingetrübt hat. Dies habe die Kursgewinne im Dax begrenzt, sagten Börsianer.

Infineon profitiert von Google und AMD

Die Aktien von Infineon  profitierten an der Dax-Spitze mit plus 3,3 Prozent von den Quartalsberichten der US-Technologiekonzerne Google  und Advanced Micro Devices (AMD) .

Beide US-Werte hatten am Vorabend mit ihren guten Zahlen überrascht und damit für einen positiven Trend unter den deutschen Branchenwerten gesorgt, hieß es am Markt. Im TecDax gehörten Papiere von Dialog Semiconductor mit einem Aufschlag von 3,26 Prozent auf 13,47 Euro zu den Favoriten.

Siemens trotz GE-Zahlen behauptet

Für Siemens-Aktien ging es nach den uneinheitlich ausgefallenen Zahlen des US-Konkurrenten General Electric (GE) letztendlich doch um 0,70 Prozent aufwärts. GE verfehlte beim Umsatz die Markterwartungen. Der Gewinn je Aktie aber fiel etwas höher als gedacht aus.

Die Versorgertitel setzten ihre am Vortag begonnene Erholung fort. RWE stiegen um 1,19 Prozent auf 49,61 Euro, Eon  legten um 0,89 Prozent auf 22,045 Euro zu. Börsianer sprachen von Nachholpotenzial der zuletzt schlecht gelaufenen Aktien.

Deutsche Bank etwas schwächer

Aktien der Deutsche Bank  verloren dagegen 1,23 Prozent auf 40,80 Euro. Bankchef Josef Ackermann fordert bei der Bankenregulierung Augenmaß und warnt vor Übertreibung. Gerade Deutschland müsse darauf achten, Wettbewerbsnachteile für die heimischen Institute zu vermeiden, schrieb er in einem Beitrag für die "Börsen-Zeitung". Es fehle dem Land ein seiner Bedeutung als Wirtschaftsnation entsprechend starker Bankensektor.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,07 (Vortag: 2,04) Prozent. Der Rentenindex Rex verharrte auf 128,53 Punkten. Der Bund Future sank um 0,70 Prozent auf 130,52 Punkte. Der Kurs des Euro fiel und notierte zuletzt bei 1,4029 US-Dollar. Experte Thomas Amend vom Bankhaus HSBC begründete dies mit Gewinnmitnahmen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,4089 (Donnerstag: 1,4101) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7098 (0,7092) Euro.

cr/dpa-afx