Dresdner Bank Nachfolger Fahrholz soll Großbank retten

Mit dem Rücktritt Bernhard Walters als Chef der Bank stand am Donnerstag auch schon der Nachfolger fest: Bernd Fahrholz muss vor allem den Imageschaden reparieren und eine schlüssige Geschäftsstrategie entwickeln. Denn erneut wird das traditionsreiche Geldinstitut als überreifer Übernahmekandidat gehandelt.

Frankfurt am Main - Auch der neue Vorstandschef der Dresdner Bank profitiert vom Rücktritt seines Vorgängers. Der 52-jährige Bernd Fahrholz übernimmt Anfang Mai den Posten des über die geplatzte Fusion mit der Deutschen Bank gestürzten Bernhard Walter (58). Dieser war selbst erst vor rund zwei Jahren über das vorzeitige Aussteigen von Jürgen Sarrazin an die Spitze der drittgrößten Privatbank gerückt. Damals bildete eine Steueraffäre den Hintergrund des Personalwechsels.

Fahrholz stieß 1977 als Syndikus zur Dresdner Bank. Von 1985 an war der promovierte Jurist für das Firmenkundengeschäft zuständig. 1994 übernahm er die Mitleitung der neuen Sparte Firmen- und internationales Geschäft. Anfang 1996 wurde er zum Generalbevollmächtigten ernannt.

Mit der Integration der übernommenen Londoner Investmentbank Kleinwort Benson in den Konzern übernahm Fahrholz 1997 zusätzlich Führungsaufgaben innerhalb des Geschäftsbereichs Investment Banking. Nach der Fusion sollte er diesen Bereich gemeinsam mit dem Deutsche Bank-Mann Josef Ackermann führen, der keine starken Leute neben sich mag. Vor allem am Investment Banking zerbrach dann auch der Zusammenschluss mit der Deutschen Bank.

Besondere Aufmerksamkeit schenkte der jovial wirkende Schnurrbartträger in der jüngsten Vergangenheit neben dem internationalen Geschäft auch dem heimischen Mittelstand. Er sieht in der Globalisierung und in den neuen Informationstechnologien besondere Herausforderungen mit Auswirkungen auf den Finanzbedarf und das Finanzierungsverhalten kleiner und mittlerer Unternehmen. "Der Bedarf an komplexen Problemlösungen wird zunehmen. Die Rolle als Kreditgeber allein reicht nicht mehr aus", erkannte Fahrholz die sich wandelnde Rolle der Banken. Inwieweit die Dresdner Bank sich in Zukunft tatsächlich um das mittelständische Geschäft kümmern wird, bleibt abzuwarten.

Vorstandsmitglied ist der am 4. August 1947 geborene Oldenburger erst seit März 1998. Auch dort sind seine Ressorts bisher das Firmengeschäft und das Investment-Banking gewesen. Er übt Aufsichtsrats- und Beiratsmandate in zahlreichen Unternehmen aus, ist seit mehreren Jahren Lehrbeauftragter an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main und Autor von Büchern und Fachbeiträgen.