Hypo Real Estate 173 Milliarden Euro Müll entsorgt

Die schwer angeschlagene Hypo Real Estate hat am Wochenende Darlehen und Wertpapiere über rund 173 Milliarden Euro bei einer Bad Bank abgeladen. Es ist vermutlich die größte Finanztransaktion in der deutschen Geschichte.
Bad Bank erfolgreich gestartet: Der schwer angeschlagene Hypotheken- und Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate hat am Wochenende faule Kredite und Wertpapiere in Höhe von 173 Milliarden Euro in einer Abwicklungsanstalt entsorgt.

Bad Bank erfolgreich gestartet: Der schwer angeschlagene Hypotheken- und Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate hat am Wochenende faule Kredite und Wertpapiere in Höhe von 173 Milliarden Euro in einer Abwicklungsanstalt entsorgt.

Foto: dapd

München/Berlin - Insgesamt seien über 12.500 Einzelpositionen auf die FMS Wertmanagement genannte Abwicklungsanstalt erfolgreich übertragen worden, teilten die Bank und der Bankenrettungsfonds Soffin am Sonntag mit. Die Aktion hatte in der Nacht zu Freitag begonnen. Die "Bad Bank" ist für Papiere im Volumen von bis zu 210 Milliarden Euro ausgelegt.

Die Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement soll für die HRE einen geschäftlichen Neustart ermöglichen. Die Übertragung gilt als die vermutlich größte Finanztransaktion in der deutschen Geschichte. Auch die HRE selbst sprach am Sonntag von der "bislang größten Transaktion dieser Art in Deutschland".

Der Bankenrettungsfonds Soffin hatte am 10. September sein Garantievolumen für die HRE vorübergehend um 40 Milliarden auf nun 142 Milliarden Euro aufgestockt, um bei der Ausgliederung Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Von diesen 40 Milliarden Euro zusätzlichen Garantien wurden von der HRE 3,5 Milliarden Euro zur Sicherung der Liquidität sowie weitere 20 Milliarden Euro zur Absicherung gegen technische Risiken aus dem Transaktionsprozess in Anspruch genommen. Nach der Abspaltung werde die HRE planmäßig keine neuen Garantien benötigen, sondern ihr künftiges Neugeschäft selbstständig refinanzieren können, erklärte der Banken-Rettungsfonds des Bundes weiter.

Die "Bad Bank" der HRE soll die riskanten Kredite und faulen Wertpapiere der HRE nun "möglichst wertschonend abwickeln". Das Portfolio der FMS soll in den kommenden Jahren abgebaut werden - möglichst ohne große Verluste. Die erste "Bad Bank" Deutschlands hatte im Frühjahr die WestLB gegründet; deren Volumen lag mit rund 85 Milliarden Euro deutlich unter der Bad Bank der HRE.

Dank der Auslagerung in die Bad Bank ist für die verbliebene HRE wieder Land in Sicht. Sie will sich am Kapitalmarkt unter dem neuen Namen Deutsche Pfandbriefbank (pbb) etablieren. Der Schwerpunkt als Staats- und Immobilienfinanzierer soll nur noch auf Europa liegen. Die Kernbank dürfte noch eine Bilanzsumme von 100 bis 130 Milliarden Euro haben - also maximal ein Drittel der Größe des einstigen Dax-Konzerns.

rei/dpa-afx/reuters
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