Mobilcom "Ohne UMTS-Lizenz bald keine Gewinne mehr"

Mobilcom-Chef Gerhard Schmid räumt der Ersteigerung einer UMTS-Lizenz oberste Priorität ein. Wer keine solche Lizenz erhalte, werde in fünf Jahren ein Problem haben, Gewinne zu erwirtschaften, zeigte sich Schmid überzeugt.

Hamburg - Der kommende Mobilfunk-Standard UMTS (Universal Mobile Telecommunications Systems) ist nach Ansicht von Mobilcom-Chef Schmid die "Zukunft der Telekommunikation". Er ermöglicht eine 200-fach schnellere Datenübertragung als der bisherige GSM-Standard. Für die Ersteigerung einer solchen Lizenz für Deutschland, die mehrere Milliarden Mark kosten dürfte, will Mobilcom mit dem neuen Partner France Télécom ein gemeinsames Unternehmen gründen.

"Wir werden alles tun, um eine Lizenz zu erhalten", versicherte Schmid auf der Mobilcom-Hauptversammlung. Der neue Aktionär France Télécom habe weiteres Kapital in Aussicht gestellt, so dass Mobilcom bei der Auktion um eine der fünf bis sechs deutschen Lizenzen kein Limit habe. France Télécom hatte sich im März mit 7,3 Milliarden Mark zu 28,5 Prozent an Mobilcom beteiligt.

Drittgrößter Mobilfunkanbieter erwartet für 2000 eine Million Neukunden

Wer keine UMTS-Lizenz habe, werde in einigen Jahren Schwierigkeiten bekommen, Gewinn zu machen, sagte Schmid. In Großbritannien werde eine entsprechende Lizenz bereits für neun Milliarden Mark gehandelt. Schmid kündigte an, die France Télécom mit 18,6 Millionen neuen Aktien nach einem Zuschlag für eine UMTS-Lizenz aus dem Gemeinschaftsunternehmen auskaufen zu wollen.

Ein boomendes Geschäft erwartet der drittgrößte Mobilfunkanbieter Deutschlands insbesondere bei der mobilen Kommunikation. Nachdem sich die Zahl der Mobilfunkkunden 1999 auf 1,86 Millionen nahezu verdoppelt hatte, will das Unternehmen in diesem Jahr eine Million neuer Kunden hinzugewinnen, kündigte Schmid an. Allein im ersten Quartal 2000 habe man 250.000 Neukunden registriert. Neben organischem Wachstum seien auch Zukäufe nicht ausgeschlossen.