Konkursantrag Maxhütte muß Vergleichskonzept vorlegen

Das schwer angeschlagene Traditionsunternehmen Neue Maxhütte wird trotz eines drohenden Konkurses vorerst die Produktion in vollem Umfang fortsetzen.

München - Erst nach Prüfung des Konzeptes werde eine Entscheidung über den beantragten Konkurs fallen. Das teilte das Amtsgericht Amberg am Montag mit. Der Großunternehmer Max Aicher legte eigenen Angaben zufolge am Montag ein neues Firmenkonzept vor, das in den Vergleichsvorschlag einfließen soll.

Entlassungen seien zunächst nicht vorgesehen, sagte Aicher, der 44 Prozent der Anteile hält. Betroffen von dem Insolvenzverfahren sind die 885 Mitarbeiter des Stahlwerks.

Die Produktion in der Maxhütte ist nach Angaben des Vergleichsverwalters Jobst Wellensiek zunächst gesichert. Gläubigerbanken hätten ein Massedarlehen gewärt, so daß der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgeführt werden könne. Mit dem Kredit solle der Engpaß der Zahlungsfähigkeit behoben und die Finanzierung des Vergleichsantrages gesichert werden. Über die Höhe der Zahlungen machte Wellensiek keine Angaben.

Aicher sagte, er gehe davon aus, daß das Stahlwerk in seiner jetzigen Form fortgeführt werde. Sollte jedoch durch den angemeldeten Konkurs das Kundenvertrauen gestört worden sein, könne die Entlassung der 125 in diesem Jahr zusätzlich eingestellten Mitarbeiter nicht ausgeschlossen werden. Berichte über ein Zahlungsdefizit von 37 Millionen Mark wies Aicher zurück, sprach aber von einer angespannten finanziellen Situation der Maxhütte. Aicher zufolge verzeichneten Stahl- und Rohrwerk im vergangenen Jahr einen Umsatz von etwa 400 Millionen Mark.

Ein Geschäftsführer der Neuen Maxhütte im oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg hatte am Freitag Konkurs angemeldet und als Begründung ein Zahlungsdefizit in zweistelliger Millionenhöhe genannt. Die beiden anderen Geschäftsführer reichten unabhängig davon Vergleichsanträge ein. Über die Anträge war es innerhalb der Geschäftsführung offenbar zu heftigem Streit gekommen. Das Stahlwerk hatte in der Vergangenheit wiederholt mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Die bayerische SPD forderte unterdessen die Landesregierung auf, sich rasch von Aicher zu trennen und mit einem neuen Investor ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten. Aicher habe die Maxhütte nur für seine eigenen Zwecke genutzt und dem Unternehmen geschadet. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte hingegen, die Zusammenarbeit mit Aicher bestehe unverändert fort. Mit 45 Prozent ist der Freistaat der größte Gesellschafter, Mannesmann hält elf Prozent der Anteile der Maxhütte.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.