Irland Zentralbank zweifelt am Sparziel

Irland droht nach Einschätzung der nationalen Zentralbank ein Scheitern bei der geplanten Haushaltssanierung. Zuvor hatte die Regierung am Markt um Vertrauen geworben. Am Dienstag steht die nächste Emission irischer Staatsanleihen an, die derzeit mit rekordhohen Risikoaufschlägen gehandelt werden.
Tief in der Krise: Schlange vor Armenspeisung in Dublin

Tief in der Krise: Schlange vor Armenspeisung in Dublin

Foto: ? Cathal McNaughton / Reuters/ Reuters

Dublin - Wegen der holprigen Konjunkturentwicklung sowie der hohen Kosten für Kredite und Bankenrettungen werde Irland die EU-Haushaltsziele bis 2014 wohl nicht wie geplant erreichen, teilte die Zentralbank am Montag mit. Eine gewisse Neuausrichtung der Haushaltspolitik sei für die nächsten Jahr unter bestimmten Bedingungen schon bald unerlässlich, sagte Notenbankchef Patrick Honohan.

Die irische Regierung hatte am Freitag Gerüchte dementiert, das Land benötige angesichts der klammen Staatsfinanzen eine Geldspritze aus dem Ausland. Der Internationale Währungsfonds (IWF) stärkte Irland den Rücken.

An den Finanzmärkten herrschen derzeit große Sorgen über den Zustand der irischen Staatsfinanzen, die vor allem von der Milliardensanierung des maroden Bankensektors stark strapaziert werden. Deshalb waren die Kosten für Versicherung irischer Staatsschulden gegen Zahlungsausfall vergangene Woche kräftig gestiegen.

Am Dienstag will Irland zwei neue Staatsanleihen mit Fälligkeiten in den Jahren 2014 und 2018 ausgeben. Der Kurs zehnjähriger irischer Anleihen verlor im frühen Handel am Montag 31 Ticks. Die Rendite der Papiere stieg damit auf 6,404 Prozent, die vergleichbaren portugiesischen Anleihen rentierten mit 6,189 Prozent. Die Risikoprämie der irischen Titel im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen stieg auf den Rekordwert von 4,12 Prozentpunkten.

"Mit den am Freitag frisch befeuerten Spekulationen um Irlands Fiskalprobleme haben die Anleger das Thema 'systemische Risiken aus der Eurozone' wiederbelebt", schrieb die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau für Montag. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) seien die Haushaltsrisiken in Irland ungleich größer als die Defizitprobleme in Griechenland.

ak/reuters/dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.