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Gold: Begehrte Währung

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Börse Erst Gold, dann Aktien

Mit frischem Schwung sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt in die neue Woche gestartet. Der Dax schloss 1,4 Prozent höher bei 6294 Zählern. Dabei herrschte wenige Stunden zuvor noch die Konjunkturangst - und alle Welt kaufte Gold.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienleitindex hat sich am Montag wieder der Marke von 6300 Punkten angenähert. Nach einem überwiegend ruhigen Verlauf kam Händlern zufolge am Nachmittag nach US-Börsenstart Schwung in den Handel und die Kurse begannen deutlich zu steigen. Der Dax  ging auf Erholungskurs und machte seine Verluste vom Freitag mehr als wett und schloss mit plus 1,37 Prozent auf 6294,58 Punkten. Für den MDax  mittelgroßer Werte ging es um 0,93 Prozent auf 8803,23 Punkte nach oben und der TecDax legte um 1,01 Prozent auf 782,53 Punkte zu.

"Erst nach Eröffnung des US-Handels ist es im Dax bei anziehenden Umsätzen spürbar aufwärts gegangen und auch der Euro hat sich wieder erholt", sagte Chefhändler Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser. "Selbst, wenn es inzwischen immer öfter heißt, dass die USA nicht mehr den Stellenwert für den deutschen Markt haben, so richtet sich der Markt dennoch weiter nach den Vorgaben aus den USA." Zudem sieht Helmer charttechnische Gründe für das Vorrücken des Dax in Richtung seines bisherigen Jahreshochs von knapp 6387 Punkten. "Die Techniker kommen nun wieder zum Zug", sagte er.

Zuvor hatten Anleger den Goldpreis aus Furcht vor einem Rückfall der Weltwirtschaft in die Rezession noch weiter in die Höhe getrieben. Das Edelmetall verteuerte sich um bis zu 0,6 Prozent auf 1283,25 Dollar je Feinunze und markierte damit den dritten Handelstag in Folge ein neues Rekordhoch. Silber und Platin verteuerten sich zwar ebenfalls, blieben mit 20,86 beziehungsweise 1620,50 Dollar je Feinunze aber unter ihren Bestmarken vom Freitag.

Favorit im Dax waren die Anteilsscheine von K+S , die einen Sprung um 4,68 Prozent nach oben machten auf 45,22 Euro. Damit erreichten sie den höchsten Stand seit etwas mehr als fünf Monaten. Die Papiere des Düngemittelproduzenten reagierten laut Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe auf den sich zuspitzenden Übernahmekampf um den weltgrößten Konkurrenten Potash. Gabriel begründete den Kursanstieg der K+S-Aktien vor allem damit, dass es am Markt positiv gesehen werde, falls es dem chinesischen Konzern Sinochem gelänge, BHP Billiton  im Kampf um Potash auszustechen. "Sinochem wird wohl die bestehende Preispolitik fortsetzen, während BHP bereits angekündigt hat, nach der Übernahme von Potash die Düngemittel-Produktion deutlich anzuheben", meinte Gabriel. "Dies dürfte sich negativ auf die Preise auswirken."

Der Kurs der BMW-Aktie  stieg um 3,62 Prozent auf 49,125 Euro und profitierten von der Aufnahme der Münchener Autoaktie in den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 an diesem Tag.

Am MDax-Ende sackten die Aktien von Heidelberger Druckmaschinen um 6,42 Prozent auf 3,56 Euro ab. Angesichts der laufenden 400 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung sei die Kursschwäche nicht überraschend, hieß es am Markt. Es wird sogar damit gerechnet, dass die Papiere bis kommenden Donnerstag noch weiter in Richtung 3,00 Euro fallen. Der Südzucker-Konzern  hingegen gab Halbjahreszahlen bekannt und machte Aussagen zum weiteren Geschäftsverlauf. Dadurch wurden die Aktien des Zuckerproduzenten an die Index-Spitze katapultiert, wo sie 4,53 Prozent auf 15,68 Euro gewannen. Nach dem Umsatzplus im ersten Halbjahr rechnet der Zuckerkonzern nun auch im Gesamtjahr mit einem leichten Zuwachs.

Im Blick standen zudem die Index-Neuzusammensetzungen, die nun wirksam wurden. Die Titel des Medienkonzerns Axel Springer stiegen für die Papiere des Baumaschinenkonzerns Bauer in den MDax  auf. Davon profitierten sie mit einem Plus von 2,05 Prozent auf 97,20 Euro. Im TecDax  ersetzten die Titel des Optik-Spezialisten Adva Optical Networking die des Biotech-Unternehmens MediGene und rückten daraufhin um 3,30 Prozent auf 4,69 Euro vor.

Der Euro  hat sich zu Wochenbeginn nach einer Berg- und Talfahrt letztlich kaum verändert gezeigt. Am späten Montagnachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,3075 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Morgen. Im Vormittagshandel war der Euro zunächst über 1,31 Dollar gestiegen, bevor er am Nachmittag zeitweise in Richtung 1,30 Euro gefallen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf auf 1,3074 (Freitag: 1,3060) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7649 (0,7657) Euro. Der Goldpreis setzte unterdessen seinen Höhenflug mit einem neuen Rekordstand fort

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,16 (Freitag: 2,17) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 127,38 Punkte. Der Bund Future sank um 0,25 Prozent auf 129,45 Punkte.

ak/dpa-afx/reuters
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