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Lebensversicherungen: Was taugt der Geldanlageklassiker noch?

Foto: David Despau

Vergleich Was 100 Euro pro Monat über 12, 20 und 30 Jahre brachten

Der Überblick von manager magazin zeigt, welche Lebensversicherer die höchsten Ablaufrenditen zahlen und wer am schlechtesten wirtschaftet. Die Unterschiede in der Ablaufrendite sind enorm - auch schon nach 12 Jahren.
Von Michael Gatermann

Manfred Poweleit drückt sich deutlich aus. "Schwächlinge" nennt der Herausgeber des Assekuranz-Fachblatts "map-report" die Unternehmen, die in seinem jährlichen Vergleich der Ablaufleistungen der deutschen Lebensversicherer schlecht abschneiden. Der Branchenanalyst fördert erstaunliche Renditeunterschiede zutage. Wer beispielsweise seine Altersvorsorge dem Primus anvertraute und 30 Jahre lang monatlich 100 Euro einzahlte, bekam 2009 fast 109.000 Euro ausgezahlt. Wer das Pech hatte, bei einem der "Schwächlinge" zu unterschreiben, strich noch nicht einmal 80.000 Euro ein.

Die Differenz resultiert einerseits aus mehr oder minder erfolgreichen Anlagestrategien, andererseits aus den unterschiedlichen Kostenbelastungen. Die wenigsten Kunden machen sich klar, wie weit die Werte auseinanderklaffen.

Beispiel Abschlusskosten: Von ihnen werden meist zwei Drittel dem Vertreter gutgeschrieben, der den Kunden zur Unterschrift bewegt hat, ein Drittel geht an dessen Bezirks- und Landesdirektor und deckt die Sachkosten. Am besten im Sinne der Kunden wirtschaftet die WGV Schwäbische Allgemeine Versicherung, deren Vertrieb gerade 1,81 Prozent der Beitragssumme des Neugeschäfts bekommt.

Am ungeniertesten bedient sich die Bayerische Beamtenversicherung, die üppige 9,34 Prozent von der Beitragssumme des Neugeschäfts* für den Abschluss bekommt. Die durchschnittliche Belastung durch Abschlusskosten liegt bei 5,12 Prozent.

Beispiel Verwaltungskosten: Am besten im Sinne der Versicherten arbeitet die Europa. 0,85 Prozent der verdienten Bruttobeiträge* decken dort die Verwaltungskosten. Die Fortis Deutschland dagegen genehmigt sich mehr als 20-mal so viel, nämlich 18,87 Prozent der Einzahlungen*. Der Branchenschnitt liegt bei 3,29 Prozent. Abschluss- und Verwaltungskosten müssen die Versicherer in ihren Geschäftsberichten ausweisen.

* im Zwölfjahresschnitt.

Tabelle: Was 100 Euro pro Monat über 12 Jahre bei den Besten brachten

Tabelle: Was 100 Euro pro Monat über 20 Jahre bei den Besten brachten

Tabelle: Was 100 Euro pro Monat über 30 Jahre bei den Besten brachten

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