Börse Viel Platz für Zockerei

Der Frankfurter Aktienmarkt hat am Montag schwächer geschlossen - trotz guter Vorgaben und positiver Firmennachrichten.

Frankfurt/Main - Der Dax beschloß den Frankfurter Parketthandel mit 4768,58 Punkten um 67,64 Zähler oder 1,4 Prozent leichter. Auf Basis des Computer-Handelssystems Xetra verlor das Börsenbarometer 47,35 auf 4762,38 Punkte. Der M-Dax der 70 führenden Nebenwerte gab um 26,12 auf 3963,90 Punkte nach. Der Commerzbank-Index fiel um 71,20 auf 4440,00 Punkte.

Nachrichten von der geplanten Fusion der Schweizer Chemiekonzerne Ciba und Clariant zum nach eigenen Angaben weltweit größten Spezialitätenchemie-Hersteller hatten den Markt beflügelt, da von Händlerseite wachsender Fusionsdruck auf deutsche Konzerne erwartet wurde. Auch habe der positive Trend an der Wall Street und ein deutlich teurerer Dollar den Handel angeschoben, hieß es. Der Dax hatte 20 Minuten nach Handelsbeginn bei 4884,17 Punkten sein Tageshoch markiert.

Für den Kursrückgang machten Händler unter anderem Einflüsse des Terminhandels geltend. "Bei diesen niedrigen Umsätzen ist viel Platz für Zockerei", sagte ein Börsianer. Zudem gebe es im Markt momentan keine Kaufneigung. Auch der Dollar könne da nicht unterstützen. Die US-Währung hatte sich zum Fixing in Frankfurt auf 1,6792 Mark nach 1,6600 Mark am Freitag verteuert. Am Nachmittag lag der Kurs bei 1,6795/05 Mark.

Commerzbank gehörten zu den Favoriten. Im Vorfeld einer Pressekonferenz zu Meldungen, das Bankhaus strebe eine Zusammenarbeit mit dem italienischen Versicherer Generali an, stiegen Commerzbank um 3,48 Prozent auf 54,95 Mark. Adidas verteuerten sich um 1,81 Prozent auf 174,50 Mark, Degussa legten um 2,25 Prozent auf 81,80 Mark zu. Viag profitierten von guten Neunmonatszahlen und rückten um 1,58 Prozent auf 1157 Mark vor, während Henkel trotz angekündigten Rekordgewinns bei unverändert 141 Mark schlossen. Hoechst hatten zum Handelsauftakt mit vier Prozent Plus den Kursüberflieger gestellt. Nach freiem Fall ins Minus erholte sich das Papier auf 74,50 Mark (plus 0,13 Prozent).

Die längere Riege der Verlierer führten Daimler an. Gewinnmitnahmen drückten die Aktie um 3,79 Prozent auf 134,70. Deutsche Bank ermäßigten sich um 3,3 Prozent auf 104 Mark, RWE verloren 2,45 Prozent 87,70 Mark, Veba gaben um 2,49 Prozent auf 94,10 Mark nach.

Am Rentenmarkt brachen Anleihen um bis zu 82 Pfennig ein. Gerüchte über Verkäufe von Rentenfutures in großem Stil durch den angeschlagenen Hedge Fond LTCM bestätigten sich jedoch nicht. Der Bund Future kletterte um 49 Stellen auf 112,93. Die Umlaufrendite wurde um neun Basispunkte auf 4,14 Prozent angehoben. Der Rentenindex schloß bei 115,92 (Freitag: 116,38) Punkten. Der Commerzbank-Rentenmarktindex betrug 122,872 (minus 0,306). Per Saldo deckte sich die Bundesbank mit Papieren im Wert von 378,2 Millionen Mark ein. DM-Auslandsanleihen tendierten leichter. In London ermäßigte sich der Preis für die Feinunze Gold zum zweiten Fixing auf 292,05 Dollar. Am Vormittag war das Edelmetall bei 292,40 festgestellt worden. Der in Frankfurt gehandelte Kilobarren verteuerte sich um 140 auf 15.860 Mark.

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