Donnerstag, 19. September 2019

Immobilienpreise Der Steg ist das Ziel

Ammersee, Chiemsee, Starnberger See: Wo die Reichen wohnen wollen
ddp

Kaum einem Markt konnte die Wirtschaftskrise so wenig anhaben, wie jenem für Wohnimmobilien rund um die bayerischen Voralpenseen. Was auch geschieht in der Welt, so scheint es: Für Häuser am Tegernsee, am Ammersee, vor allem aber am viel gerühmten Starnberger See gibt es immer Käufer.    

Hamburg - "Die Krise ist hier nie angekommen", sagt Florian Glas. "Im Gegenteil: Seit rund zwei Jahren, als die Turbulenzen auf den Finanzmärkten also ihren Höhepunkt erreichten, bemerken wir sogar ein gestiegenes Interesse von Kapitalanlegern an Immobilieninvestments in unserer Region." Das, so der Immobilienmakler und Geschäftsführer der Starnberger See Immobilien GmbH & Co. KG, sorge zusätzlich dafür, dass die Preise für Wohnimmobilien rund um den See weiterhin stetig steigen.

Seit Jahren schon gilt die Gegend um den Starnberger See als die wohl exklusivste Wohnregion Deutschlands. Viel Geld aus hochdotierten Jobs im nahegelegenen München fließt in die Villen in Seeshaupt oder Tutzing, in Feldafing oder Bernried. Wer es sich leisten kann, zieht raus aus der bayerischen Hauptstadt - am liebsten in Richtung Starnberg und Umgebung. Dort trifft er auf zahlreiche alteingesessene Familien, ebenfalls wohl situiert, versteht sich - sowie Vermögende aus der ganzen Republik, die sich im Alpenvorland einen Zweit- oder Drittwohnsitz einrichten.

Was passiert, wenn so viel Geld auf ein extrem begrenztes Angebot trifft, liegt auf der Hand: Die Preise heben ab. Am Starnberger See haben sie schon lange ein Niveau erreicht, dass sich Normalsterbliche schlicht nicht leisten können. Nicht umsonst versuchen einige Gemeinden regulierte Zweitmärkte für Einheimische mit weniger dicken Portemonnaies zu installieren - allerdings bislang mit wenig Erfolg, wie zu hören ist.

Durchschnittshaus kostet 800.000 Euro

An ebenfalls beliebten, nahegelegenen Gewässern wie dem Ammersee, dem Tegernsee oder dem Chiemsee haben sich die Immobilienpreise Maklerangaben zufolge während der Krise zwar ebenfalls beständig gehalten. Den Einschätzungen nach liegen sie jedoch durchweg mindestens 20 bis 30 Prozent unter dem Niveau rund um den Starnberger See.

Auf 800.000 bis 850.000 Euro taxieren Makler dort ein durchschnittliches Einfamilienhaus in guter, aber längst noch nicht erstklassiger Lage. Für eine Doppelhaushälfte, vergleichbar gelegen, sind immerhin noch beinahe 600.000 Euro fällig.

Preise sind das, die das Niveau an den meisten anderen Standorten Deutschlands um weit mehr als das Doppelte übersteigen. Zwar verfügt der Landkreis Starnberg laut Edel-Immobilienmakler Dahler & Company über ein bundesweit einmalig hohes Pro-Kopf-Einkommen von 26.120 Euro. Auch der Wert von 15,2 Prozent Top-Verdiener-Haushalten ist deutschlandweit unerreicht, so eine Dahler-Untersuchung. Die Einkommensschere klafft jedoch auseinander, viele Einheimische kommen trotz allem nicht zum Zuge.

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