Wochenausblick Banken bereiten der Börse weiter Stress

Den Börsianern steht in der neuen Woche erneut einiger Stress ins Haus. Dabei dürften die anstehenden Geschäftszahlen zahlreicher Unternehmen ebenso für Adrenalinschübe sorgen wie der am Freitagabend veröffentlichte Stresstest von 91 europäischen Banken.
Hektik auf dem Parkett: Auch nach den Stresstests für Banken kehrt am Aktienmarkt wohl kaum Ruhe ein

Hektik auf dem Parkett: Auch nach den Stresstests für Banken kehrt am Aktienmarkt wohl kaum Ruhe ein

Foto: DDP

Frankfurt am Main - "Die unmittelbaren Auswirkungen der Ergebnisse sind für die einzelnen Institute größer als für das System an und für sich", erklärten die Analysten der Unicredit zu den am Freitagabend veröffentlichten Ergebnissen der europaweiten Banken-Stresstests. "Der Stresstest wird - sofern es keine faustdicken Überraschungen gibt - im Schatten der Unternehmensergebnisse stehen, da schon vieles in den vergangenen Tagen durchgesickert ist", vermutet Aktienstratege Heino Ruland von Ruland Research.

Bei den am Freitag nach Börsenschluss veröffentlichten Testergebnissen des europäischen Aufsichtsgremiums CEBS fielen sieben der 91 überprüften europäischen Banken durch. In Deutschland bestand von den 14 geprüften Geldhäuser lediglich die inzwischen verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate den Belastungstest nicht.

Mit den Tests waren die Auswirkungen verschiedener Stressbedingungen auf die Kapitalausstattung der Banken untersucht worden. Schon in der abgelaufenen Woche hatten sich die Börsianer zuversichtlich gezeigt: Der Dax  legte gut 2 Prozent auf 6163 Punkte zu. Dabei zählten die Aktien der Deutschen Bank  mit einem Plus von über 4 Prozent auf 49,75 Euro sogar zu den größten Gewinnern. Die Aktien der Commerzbank  und die im MDax  notierten Aktien der Postbank , an der Branchenprimus Deutsche Bank beteiligt ist, waren vor Veröffentlichung der Ergebnisse wenig gefragt.

Bankenwerte im Fokus

Im Fokus stehen die Banken auch wegen der anstehenden Zwischenberichte. Unter anderem werden die Deutsche Bank am Dienstag und Banco Santander  - nach Börsenwert die größte Bank der Euro-Zone - am Donnerstag Ergebnisse veröffentlichen. Zudem lassen sich in Deutschland am Dienstag noch SAP  und Deutsche Börse  in die Bücher gucken.

Daimler  legt ebenfalls seine Bilanz vor. Der Autokonzern hatte schon in der vorigen Woche seine Gewinnprognosen für das laufende Jahr hochgeschraubt. Am Mittwoch werden Infineon  und am Donnerstag Bayer , BASF , Siemens , Volkswagen , MAN , Merck  und Lufthansa  folgen. Zudem legen eine Reihe von Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenreihe ihre Zwischenergebnisse vor.

Unter den europäischen Konzernen gilt das Augenmerk der deutschen Anleger dem Stahlriesen ArcelorMittal , dem französischen Pharmakonzern Sanofi Aventis sowie den Autokonzernen Peugeot  am Mittwoch und Renault  am Freitag.

Wichtige Konjunkturdaten aus den USA

Auf der Konjunkturseite dürfte sich in der neuen Woche alles um die USA drehen: Denn am Freitag wird die erste Schätzung zum Wachstum im zweiten Quartal veröffentlicht. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einem auf das Jahr hochgerechneten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 3,0 Prozent nach 2,7 Prozent im Vorquartal. "Die Zahlen sollten nicht negativ überraschen", hofft NordLB-Analyst Tobias Basse. "Der Markt war zuletzt einfach zu pessimistisch", erklärt Basse.

In der weltgrößten Volkswirtschaft sieht es derzeit weniger gut aus als noch vor kurzem erwartet. So hatte Fed-Chef Ben Bernanke vor einigen Tagen gewarnt, dass der Ausblick "außergewöhnlich unsicher" sei. Wie groß das Vertrauen der Verbraucher noch ist, könnte der Index des Conference Board am Dienstag zeigen. Daneben stehen noch Daten vom Immobilienmarkt an.

cr/reuters