Samstag, 21. September 2019

EZB-Entscheidung Leitzins bleibt niedrig

Anhaltend niedrige Zinsen: EZB-Chef Trichet

Die Europäische Zentralbank tastet den niedrigen Leitzins von einem Prozent nicht an. Grund dafür ist vor allem die geringe Inflationsgefahr. Deswegen dürften die Währungshüter wohl noch eine Weile bei diesem Kurs bleiben.

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank lässt den Leitzins für den Euro-Raum unverändert bei einem Prozent. Das teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt am Main nach ihrer turnusmäßigen Ratssitzung mit. Die Währungshüter entsprachen damit den Erwartungen der Experten. Die hatten wegen des nach wie vor niedrigen Inflationsrisikos nicht mit einem Anziehen der Zinszügel gerechnet.

Die Europäischen Währungshüter hatten seit der Verschärfung der Finanzmarktkrise im September 2008 den Leitzins in sieben Schritten auf den historischen Tiefstand gesenkt. Seit Mai 2009 liegt er bei einem Prozent.

Trichet signalisierte überdies einen anhaltend niedrigen Leitzins. Das Zinsniveau im Euroraum bleibe angemessen, sagte er nach der Sitzung des EZB-Rats. Das Umfeld sei aber durch eine hohe Unsicherheit geprägt. Die Preisentwicklung bleibe moderat und die Preiserwartungen fest verankert. Die Wirtschaft erhole sich mit moderatem Tempo, auch wenn die Erholung holprig verlaufe. Die Risiken sowohl für das Wachstum als auch für die Preisentwicklung seien weitgehend ausgeglichen, sagte Trichet.

Die Staatsanleihenkäufe der EZB seien vorübergehend, wiederholte Trichet frühere Aussagen. Die Käufe seien zuletzt zurückgegangen. Die EZB werde den Markt aber weiter genau beobachten. Die Lage am Sekundärmarkt für Staatsanleihen habe sich verbessert.

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