France Télécom Wollen der Deutschen Telekom Paroli bieten

Mit dem Mobilcom-Einstieg haben die Franzosen ihre letzte Chance genutzt, auf dem deutschen Telefonmarkt Fuß zu fassen. Damit steht der Ex-Staatskonzern nun in direkter Konkurrenz zum früheren Partner, der Deutschen Telekom.

Paris - Die Beteiligung an MobilCom galt als letzte Chance für France Télécom, in den deutschen Telekommunikationsmarkt einzusteigen. Nach der gescheiterten Allianz mit der Deutschen Telekom hatte das französischen Unternehmen im vergangenen Jahr versucht, die Mobilfunkgesellschaft E-Plus zu erwerben. Dies scheiterte jedoch am E-Plus-Mehrheitseigner Bell South.

Mobilfunk (Itineris) und Internet-Sparte (Wanadoo) sind die wichtigsten Wachstumsträger des französischen Ex-Monopolisten. Die Äußerung des Konzernchefs Michel Bon, das Internetgeschäft möglicherweise auszulagern und an der Börse zu notieren, brachte seinem Unternehmen Anfang März innerhalb eines Tages einen Kurssprung um 25 Prozent. Der Börsenwert des Konzerns schnellte auf umgerechnet 438 Milliarden Mark hoch.

France Télécom hat weltweit etwa 160.000 Mitarbeiter. Die Zahl der Telefonkunden in Frankreich liegt bei 34 Millionen. Itineris hatte 1999 inklusive der Firmen, die der Konzern beherrscht, 14 Millionen Abonnenten. Die Zahl der Benutzer des Wanadoo-Dienstes gibt France Télécom weltweit mit etwa 1,1 Millionen an. Im September 1999 waren weltweit elf Millionen Handybenutzer Kunden der Télécom.

Der Konzern hatte 1999 seinen Umsatz um 10,5 Prozent auf 27,233 Milliarden Euro gesteigert. Allein 3,48 Milliarden Euro davon entfielen aufs internationale Geschäft. Das waren 52,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Wegen der starken Nachfrage nach Télécom-Aktien im Zuge einer zweiten Teilprivatisierung hatte die Regierung 1998 das Angebot für Privatanleger ausgeweitet. An der staatlichen Mehrheitsbeteiligung von 62 Prozent will die Regierung festhalten.