T-Online Aktie kommt für bis zu 35 Euro

Die Aktie des Online-Dienstes soll Presseberichten zufolge zwischen 30 und 35 Euro angeboten werden. Der Muttergesellschaft Deutsche Telekom wurde erneut das umstrittene Zuteilungsverfahren untersagt.

Düsseldorf - Das Landgericht Düsseldorf untersagte auf Antrag von AOL Deutschland die Bevorzugung der T-Online-Kunden bei der Aktienvergabe. Das Gericht setzte in der am Mittwoch veröffentlichten einstweiligen Verfügung den Streitwert auf fünf Millionen Mark fest.

Die Kammer drohte den Verantwortlichen der Deutschen Telekom und von T-Online mit einem Ordnungsgeld von 500.000 Mark, sollte weiterhin mit dem Vorzugsangebot geworben werden. Um auf diese Vorzugsliste zu kommen, müssen die T-Online-Abonnenten bisher einen Fragebogen im Internet ausfüllen. "Die Teilnahme belohnen wir mit Vorteilen bei der Emission von T-Online Aktien", heißt es auf der Webseite.

Die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs gab bekannt, T-Online habe sich dazu verpflichtet, die umstrittene Aktion nicht zur Gewinnung von Neukunden zu nutzen. Vergangene Woche bereits hatte der Verein die Aktion vor dem Landgericht Hamburg untersagen lassen. Allerdings hatte die Wettbewerbszentrale die einstweilige Verfügung der Deutschen Telekom und T-Online nicht offiziell zugestellt. Damit wurde dieser Beschluss nicht rechtswirksam.

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel in Frankfurt/Main hatte in der vergangenen Woche die Offerte als "legitim" und "normale Kundenpflege" bezeichnet.

T-Online, derzeit mit 4,3 Millionen Kunden Marktführer vor AOL, will am 17. April an die Börse gehen. Die Zeichnungsfrist läuft vom 3. bis 12. April. T-Online-Chef Wolfgang Keuntje will laut "Wirtschaftswoche" bei der Zuteilung der Aktien Privatanleger stärker berücksichtigen als vielfach üblich. Das Verhältnis zu institutionellen Investoren soll bei 50 zu 50 liegen. Die Bookbuildingspanne von 30 bis 35 Euro könne auch noch erhöht werden, wenn das Anlegerinteresse sehr groß sei.