China IWF legt China Yuan-Aufwertung nahe

IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard sieht eine Aufwertung des Yuan im Interesse Chinas. Auch für die Weltwirtschaft sei es wichtig, dass die wichtigste Exportnation ihre Währungspolitik überdenkte.
Appell an China: IWF-Chefvolkswirt Blanchard will, dass die Exportnation Nummer eins ihre Währung aufwertet

Appell an China: IWF-Chefvolkswirt Blanchard will, dass die Exportnation Nummer eins ihre Währung aufwertet

Foto: epa Michael Reynolds/ picture-alliance/ dpa

Helsinki - China sollte nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Landeswährung Yuan im eigenen Interesse aufwerten. "Einige Sektoren überhitzen sich, und die Arbeiter verlangen mehr Geld", sagte IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard der finnischen Wirtschaftszeitung "Kauppalehti" vom Mittwoch. "Die Behörden wollen nicht, dass die Inflationsgefahr zunimmt."

Bei einer Aufwertung des Yuan würden Einfuhren günstiger, was die Teuerungsraten in China dämpft. "Ich weiß nicht, wann und wie stark der Yuan neubewertet wird, aber ich glaube, dass es in Chinas Interesse ist", betonte Blanchard. Für die weltweite Wirtschaft sei es wichtig, dass dieser Schritt so bald wie möglich geschehe.

China hatte im Kampf gegen die Wirtschaftskrise seine Landeswährung Mitte 2008 wieder fest an den Dollar gekoppelt. Die USA werfen dem ostasiatischen Land vor, so seinen Exporteuren unzulässige Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, und drängen die Regierung in Peking seit langem, den Wechselkurs anzuheben. Viele Experten gehen jedoch nicht davon aus, dass allein durch eine Aufwertung des Yuan das gigantische Handelsdefizit der USA mit China geschlossen werden könnte.

Die Schritte zur Eindämmung der Schuldenkrise in Griechenland seien erfolgreich gewesen, sagte Blanchard. "Weil diese Maßnahmen ergriffen wurden, bin ich ziemlich optimistisch, dass ernsthafte Auswirkungen der Turbulenzen auf die Finanzmärkte verhindert werden können."

Entscheidend sei nun, dass die Staaten weltweit auf solidere wirtschaftliche Füße gestellt werden. Es müsse vermieden werden, dass alle Länder dadurch die Märkte beruhigen wollten, dass sie ihre Defizite wie verrückt abbauen, sagte Blanchard. Dies wäre ein großer Fehler. Zugleich bekräftigte er seine Forderung nach einem höheren Inflationsziel für die Notenbanken.

nis/rtr
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