Börse Dax legt trotz schwacher US-Daten zu

Trotz schwacher Konjunkturdaten aus den USA ist der Dax am Mittwoch im späten Handeln ins Plus gedreht. Der deutsche Leitindex schließt nur knapp unter 6200 Zählern. Anleger sorgen sich jedoch über die Schuldenlast Spaniens.
Börse in Frankfurt: Atempause nach der Rally

Börse in Frankfurt: Atempause nach der Rally

Foto: dpa

Frankfurt am Main - Der deutsche Leitindex Dax  schloss mit einem Plus von 0,26 Prozent bei 6190 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich auf 6143 Punkte gesunken war. Der MDax gab dagegen um 0,46 Prozent auf 8414 Punkte nach, der TecDax verlor 0,29 Prozent auf 773 Punkte. Börsianern zufolge stützte am Nachmittag eine leichte Erholung beim Euro die Kurse.

Aus den USA waren unter anderem schwache Daten vom Häusermarkt gemeldet worden. Das zusammen mit hohen Risikoaufschlägen für spanische Staatsanleihen habe die Märkte im Tagesverlauf belastet, sagte Marktanalyst Patrick Pflüger von IG Markets. Die Aufschläge waren am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Gründung der Währungsunion geklettert.

Der EuroStoxx 50 gewann 0,1 Prozent auf 2718,73 Punkte. Der Cac- 40 in Paris legte um knapp 0,4 Prozent zu, auch der FTSE 100 in London schloss im Plus. In New York notierte der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss dagegen in der Verlustzone.

Sorgen um Spanien nehmen wieder zu

Das gilt als Zeichen dafür, dass die Sorgen um die Schuldenlast Spaniens wieder wachsen. Gerüchte hatten die Runde gemacht, dass an einem 250 Milliarden Euro schweren Rettungsplan gearbeitet wird. Sowohl die EU als auch die Spanier hatten das aber dementiert.

FedEx belastet Post

Ein enttäuschender Ausblick des US-Logistikers FedEx belastete die Aktien der Deutschen Post. Nach einem Schub im späten Handel notierten sie am Ende zumindest noch unverändert bei 12,560 Euro. FedEx hatte für das Geschäftsjahr 2011 ein Ergebnis je Aktie in Aussicht gestellt, das unter den Erwartungen des Marktes lag.

MAN und BASF gefragt

An der Spitze des Dax lagen die Aktien von MAN, die 1,41 Prozent auf 68,36 Euro zulegten. Konkurrent Volvo hatte von einem soliden Absatzwachstum beim Lkw-Geschäft im Mai berichtet. Auch die Aktien des Chemiekonzerns BASF setzten mit einem Plus von 1,2 Prozent ihre Erholung fort.

Aktie von Hamburger Hafen haussiert

Im MDax waren mit einem Plus von 4,60 Prozent auf 26,835 Euro vor allem die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA gefragt. Firmenchef Klaus-Dieter Peters hatte auf der Hauptversammlung den Umsatz- und Gewinnausblick für das laufende Jahr bekräftigt.

Um 4,31 Prozent auf 18,890 Euro nach oben ging es zudem für die Papiere von Celesio. Der Pharmahändler legt sein niederländisches Apothekengeschäft mit dem Geschäft des Konkurrenten Phoenix zusammen.

Gewinnmitnahmen bei Sky Deutschland

Mit Abstand der größte Verlierer im Index mittelgroßer Werte waren die Titel von Sky Deutschland, die nach massiven Gewinnen am Vortag um mehr als siebeneinhalb Prozent abrutschten.

Aust-Konsortium übernimmt N24

Aktien von ProSiebenSat.1 fielen um 1,37 Prozent auf 12,615 Euro. Der TV-Konzern trennt sich endgültig vom Nachrichtensender N24, der von einer Manager-Gruppe um den früheren "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust übernommen wird. Im Zuge dessen fallen für ProSiebenSat.1 einmalige Kosten und Abschreibungen in Höhe von 53 Millionen Euro an.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf dem Vortagsstand von 2,19 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,17 Prozent auf 127,72 Punkte. Der Bund Future legte marginal um 0,02 Prozent auf 128,32 Punkte zu. Der Referenzkurs des Euro stieg leicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2277 (Dienstag: 1,2258) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8145 (0,8158) Euro.

nis/dpa-afx