Strategie Viag baut um

Der Mischkonzern Viag will sich von seiner Sparte Logistik trennen.

München - Der Konzern ändere seine Strategie und wolle seine beiden Säulen Industrie und Energie/Telekom stärken. Das erklärte Vorstandschef Wilhelm Simson am Montag bei der Vorlage der Neunmonatszahlen. Die Logistiksparte mit Klöckner & Co sowie die Kühne + Nagel-Beteiligung stehe zum Verkauf. Für das laufende Jahr sagte Simson eine Umsatzsteigerung um rund 500 Millionen auf etwa 50 Milliarden Mark sowie einen Zuwachs beim operativen Gewinn von rund fünf Prozent voraus. In den ersten neun Monaten legte Viag deutlich zu.

Zwischen Januar und September steigerte der Konzern seinen Vorsteuergewinn um 17 Prozent auf 2,554 Milliarden Mark. Das operative Ergebnis nahm im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 2,5 Milliarden Mark zu. Seinen Umsatz weitete der Konzern um acht Prozent auf 39,5 Milliarden Mark aus - wobei gerade die Logistiksparte mit zwölf Prozent am kräftigsten zulegte. Im erwarteten Anstieg des operativen Ergebnisses um rund fünf Prozent seien die planmäßigen Anlaufverluste von rund 700 Millionen Mark im Telekomgeschäft enthalten, erklärte der Konzern.

Simson sagte, der Konzern wolle sich noch stärker auf Kernaktivitäten konzentrieren. Dazu zähle er künftig nicht mehr die Logistiksparte. Die zwei Säulen, auf denen das Viag-Geschäft künftig ruhen soll, seien einerseits die Industrie mit Chemie-, Verpackungs- und Aluminiumaktivitäten sowie andererseits die Energie und Telekommunikation. Diese "Zwei-Säulentheorie" werde aber keine gesellschaftsrechtlichen Auswirkungen haben.

Simson erklärte, der Konzern wolle sich zum "richtigen Zeitpunkt" von der Logistik-Sparte trennen. Für den Verkauf von Klöckner & Co gebe es mehrere Interessenten. Spätestens in drei Jahren wolle sich die Viag von dem Unternehmen trennen. Allerdings werde er das Unternehmen "nicht um jeden Preis verkaufen". Auch die 30-Prozent-Beteiligung an Kühne + Nagel wolle man veräußern. Sollte der Konzern seine Preisvorstellungen nicht verwirklichen können, betrachte er Kühne + Nagel bis zu einem möglichen Verkauf aber als gute Finanzbeteiligung.

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