Freitag, 18. Oktober 2019

Leerverkaufsverbot Börse rätselt über Verzweiflungstat

Die deutsche Finanzaufsicht hat über Nacht massiv in den Wertpapierhandel eingegriffen. Während die Aktienkurse daraufhin einbrechen, rätseln Experten über den Sinn der Intervention. Fest steht nur: Europa steht jetzt unter Zugzwang. Und wie wirksam die Eingriffe sind, muss sich erst zeigen.

Hamburg - Erfolgreiches Krisenmanagement sieht wohl anders aus. Zur Erinnerung: Vor anderthalb Wochen stampfen die EU-Finanzminister über Nacht einen 750 Milliarden Euro schweren Stützungspakt für den Euro Börsen-Chart zeigen aus dem Boden. Die Gemeinschaftswährung reagiert am Montag darauf euphorisch - um am Dienstag ihre Talfahrt fortzusetzen.

Was soll das? An der Börse hat die BaFin Turbulenzen ausgelöst
Nun die nächste Hals-Über-Kopf-Aktion. Von heute auf morgen hat die Finanzaufsicht Bafin auf Weisung aus Berlin eine Reihe von Finanzgeschäften schlicht untersagt. Ungedeckte Leerverkäufe auf zehn ausgesuchte Finanzaktien etwa sind seit Mitternacht nicht mehr erlaubt. Unter den betroffenen Papieren befinden sich die Dax-Werte Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, Commerzbank Börsen-Chart zeigen und Allianz Börsen-Chart zeigen ebenso wie die Deutsche Börse Börsen-Chart zeigen und der Rückversicherer Munich Re Börsen-Chart zeigen.

Verboten hat die Bafin auch ungedeckte Leerverkäufe von Anleihen der Euro-Staaten. Und: Ungedeckte Credit Default Swaps (CDS) auf Anleihen von Euro-Staaten sind ebenfalls nicht mehr gestattet. Kreditversicherungen also, die abgeschlossen werden, ohne dass auch eine Anleihe gezeichnet wird, wird es vorläufig nicht mehr geben.

Die Reaktion der Märkte ist deutlich: Der Euro Börsen-Chart zeigen ging schon in der Nacht in Asien weiter in die Knie. Erstmals seit mehr als vier Jahren sank die Währung auf weniger als 1,22 US-Dollar.

Ein ähnliches Bild bietet sich an den Aktienmärkten. Der Dax Börsen-Chart zeigen in Frankfurt notiert am frühen Nachmittag mit mehr als 2 Prozent in der Verlustzone. Unter Druck stehen vor allem Bankaktien. Während sich die deutschen Institute noch vergleichsweise gut halten können, verbuchen insbesondere Papiere spanischer und italienischer Banken herbe Verluste. Die spanische Intesa Sanpaolo etwa verliert knapp 6 Prozent an Wert, die Unicredit fällt um mehr als 5 Prozent. Insgesamt fällt der europäische Bankenindex um 3,5 Prozent auf 195,09 Punkte.

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