Montag, 25. Mai 2020

Tiefster Stand seit 18 Monaten Schuldenkrise lässt Euro-Kurs einbrechen

Die Verunsicherung über die langfristigen Folgen der europäischen Schuldenkrise hat den Euro am Freitag weiter unter Druck gesetzt. Die Währung unterschritt schon am Vormittag die psychologisch wichtige Marke von 1,25 Dollar. Und damit war die Talfahrt noch nicht beendet.

Frankfurt am Main - Am Freitagnachmittag deutete der Chart des Euro-Dollar-Kurses Börsen-Chart zeigen steil nach unten. Auch an der Marke von 1,24 US-Dollar machte der Wertverlust nicht halt. Viele Investoren befürchteten, dass die rigiden Einsparungen einiger Staaten den wackligen Aufschwung innerhalb der Währungsunion abwürgen könnten, sagten Börsianer.

Entsprechend gingen auch die Aktienkurse auf Tauchstation. In Frankfurt verlor der Dax Börsen-Chart zeigen bis zum Handelsschluss mehr als 3 Prozent.

Außerdem drückte die Stimmung, dass Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann öffentlich an der Fähigkeit Griechenlands zweifelte, die Schulden jemals zurückzahlen zu können. Der Chef des größten deutschen Bankhauses hatte am Vorabend in einer TV-Sendung mit Blick auf die Rückzahlung der griechischen Schulden gesagt: "Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln." Dazu bedürfe es unglaublicher Anstrengungen.

Dies wirke sich direkt auf die Gemeinschaftswährung aus, betonte ein Börsianer. "Denn die Euro-Zone ist nichts anderes als die Summe ihrer Volkswirtschaften und Griechenland gehört dazu."

"Die Verschärfung des Sparkurses bedeutet geringeres Wachstum", betonte Devisenstratege Marcus Hettinger von der Credit Suisse. Damit würden die europäischen Leitzinsen voraussichtlich länger auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben als bislang gedacht. In Schwächephasen versuchen Zentralbanken, die Wirtschaft mit Hilfe billiger Kredite wieder anzukurbeln.

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