Quartalsbilanz Eon verzeichnet Gewinnsprung

Bei stagnierenden Umsätzen ist Eon im ersten Quartal ein Gewinnsprung gelungen. Der Energiekonzern profitierte dabei von dem harten Winter und der Konjunkturerholung. Der neue Vorstand blickt verhaltend in die Zukunft und belässt die Jahresprognose trotz des Gewinnsprungs unverändert.

Düsseldorf - Der größte deutsche Energiekonzern Eon  hat vom langen Winter und der anziehenden Konjunktur profitiert. Im ersten Quartal 2010 stieg der um Einmaleffekte bereinigte Überschuss um 16 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, wie die Eon AG am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Bereits vor einer Woche hatte Eon einen Zuwachs des um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnisses um 20 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro für das erste Quartal mitgeteilt. Der Konzernumsatz blieb in den ersten drei Monaten 2010 mit 26,2 Milliarden Euro praktisch auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.

Inklusive Sondereffekten schmolz der Überschuss nach Minderheiten um 7 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Eon konnte die Abschreibung über 900 Millionen Euro auf das US-Geschäft jedoch besser verdauen als erwartet. Der Düsseldorfer Konzern hatte Ende April noch unter der Regie des alten Vorstandsvorsitzenden Wulf Bernotat den Verkauf seiner Tochter Eon USA an den US-Versorger PPL bekanntgegeben. Dies soll Eon 7,6 Milliarden US-Dollar in die Kasse spülen. Mit einem endgültigen Abschluss des Geschäfts rechnet Eon im Laufe des Jahres.

Sorgenkind bleibt die Tochter Ruhrgas. Das unter dem Titel Pan- European-Gas geführte Segment musste auch zu Jahresbeginn 2010 wieder einen Gewinnrückgang hinnehmen: Das bereinigte operative Ergebnis sank um 13 Prozent auf 713 Millionen Euro. Wegen eines massiven Überangebots stehen die Preise für Gas auf den Spotmärkten seit Monaten unter Druck. Eon kann darauf kaum reagieren, weil der Düsseldorfer Konzern an feste Lieferverträge etwa mit dem russischen Gasriesen Gazprom gebunden ist. Immerhin gelangen zu Jahresbeginn erste Anpassungen. Die Kontrakte sind nun etwas flexibler.

Eon profitiert von langen Lieferverträgen

Im Stromgeschäft profitierte Eon von langen Lieferverträgen. Eon verkauft einen Großteil der Stromproduktion der eigenen Kraftwerke lange im Voraus. Dadurch erzielte der Konzern Preise, die deutlich über dem Börsenniveau während der Krise lagen. Zudem profitierte Eon zu Jahresbeginn davon, dass die Bundesnetzagentur als Regulierer höhere Preise für die Durchleitung von Strom durch die Netze genehmigte. Neue Kraftwerke führten zu einer effizienteren Produktion. Dagegen führte die von Wettbewerbsbehörden durchgesetzte Abgabe von Kraftwerkskapazitäten in Deutschland zu Rückgängen.

Der neue Konzernchef Johannes Teyssen blieb trotz des operativen Gewinnsprungs im ersten Quartal bei der Prognose für 2010. Demnach soll das bereinigte operative Ergebnis maximal um 3 Prozent steigen, der bereinigte Überschuss soll stagnieren. "Mengen und Preise im Strom- und Gasgeschäft liegen europaweit trotz beginnender Konjunkturerholung immer noch deutlich unter dem Vorjahresniveau." 2009 hatte Eon der Wirtschaftskrise getrotzt: Das bereinigte operative Ergebnis war nur um 2 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro und der bereinigte Gewinn um 5 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro gesunken.

manager magazin mit Material von reuters

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