Staatsanleihenkauf durch die EZB Weber sieht "erhebliche Risiken"

Bundesbankchef Axel Weber hält den von der Europäischen Zentralbank beschlossenen Ankauf von Staatsanleihen für gefährlich. Die Maßnahme berge ein Risiko für die Geldwertstabilität.

Frankfurt am Main/Berlin - EZB-Ratsmitglied Axel Weber sieht den von der Europäischen Zentralbank beschlossenen Ankauf von Staatsanleihen kritisch. Die Aktion berge "erhebliche stabilitätspolitische Risiken", sagte der Bundesbank-Chef der "Börsen-Zeitung" vom Dienstag laut Vorabbericht.

Daher sei dieser Teil des EZB-Beschlusses auch in dieser außerordentlichen Situation kritisch zu bewerten. Es kommt jetzt entscheidend darauf an, die Risiken so gering wie möglich zu halten. "Daher sind diese Ankäufe eng begrenzt: Sie zielen allein darauf ab, die Funktionsfähigkeit der Anleihemärkte und des geldpolitischen Transmissionsprozesses wiederherzustellen", sagte Weber.

Die dabei zugeführte Liquidität werde wieder neutralisiert. "Wir sind entschlossen, die derzeitige Ausrichtung der Geldpolitik durch den Anleihekauf nicht zu unterlaufen", sagte Weber. "Die deutsche Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir hier besonders wachsam sein werden."

Die EZB hatte in der Nacht bekannt gegeben, dass sie im Kampf gegen die Schuldenkrise und zur Abwehr eines Angriffs auf den Euro  durch Spekulanten Staatstitel von Euro-Ländern ankaufen wird. Die Deutsche Bundesbank hat damit am Montag bereits begonnen. Kritiker fürchten, dass durch die Käufe die Inflation in der Euro-Zone angeheizt wird.

manager magazin mit Material von reuters und dpa-afx

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