T-Online Kundenbevorzugung bei Aktienvergabe untersagt

Die Telekom-Tochter darf bei ihrem Börsengang im April nicht Aktien bevorzugt an Kunden vergeben, die an einer Befragung teilnehmen. Dies entschied das Landgericht Hamburg und setzte für Verstöße hohe Strafen fest.

Hamburg - Den Verantwortlichen bei der Deutschen Telekom und T-Online International AG wird bei Androhung einer Haft von sechs Monaten oder einem Ordnungsgeld von maximal 500.000 Mark verboten, Kunden "eine Bevorzugung bei der Zuteilung der T-Online-Aktien zu versprechen, dafür zu werben und/oder Teilnehmern an einer solchen Kundenbefragung solche Vorteile zu gewähren". Das geht aus einer Abschrift der Verfügung hervor.

Das Vorzugsprogramm für T-Online-Kunden hatte in der Branche für großes Aufsehen gesorgt. Nach Beschwerden hatte allerdings das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel in Frankfurt/Main die Offerte als "legitim" bezeichnet. "Das ist ein Fall der normalen Kundenpflege", sagte Amtssprecher Udo Fenchel.

T-Online hatte angekündigt, vom 9. März bis zum 31. März seinen 4,3 Millionen Kunden die Teilnahme an einer Befragung zu ihren Erfahrungen und Interessen anzubieten. Damit versuche das Unternehmen, das Produkt- und Serviceangebot zu verbessern. Im Gegenzug verspricht T-Online, die Befragten bei der Zuteilung im Rahmen der bevorstehenden Aktienemission bevorzugt zu behandeln. Details zu Art und Umfang des Vorteils würden jedoch erst am Ende der Zeichnungsfrist ab dem 12. April gemacht.

Die Einstweilige Verfügung der Kammer 6 für Handelsfragen am Landgericht Hamburg war von der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V. Franfurt am Main beantragt worden. Die Deutsche Telekom AG wollte zu der Einstweiligen Verfügung auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben, da der Beschluss noch nicht offiziell zugestellt worden sei.