Analysten Empfehlungen vom Nachmittag

M.M.Warburg honoriert den "Befreiungsschlag" vom BMW und sieht die Aktie auf 37,50 Euro steigen. Goldman Sachs stuft BASF höher, Lehman rät dagegen zu Bayer und DSM. Ausserdem: ce Consumer und Lufthansa

Hamburg - Mit dem Verkauf von Rover an Alchemy holt BMW (519 000) nach Meinung von Peter Seppelfricke, Analyst bei M.M. Warburg, zum Befreiungsschlag aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999 nehme BMW nun alles Negative vorweg, um so befreit in die neue Struktur zu starkten. Die umfangreiche Risikovorsorge bewertet Seppelfricke als "konservativ". Auch die Entlassungen der Vorstände sei konsequent, da diese das neue Konzept wohl nicht unterstützten. Zwar würden nun drei gute Leute BMW verlassen, aber er sei zuversichtlich, dass BMW adäquaten Ersatz finde. In einer ersten Berechnung sieht er das Kursziel für BMW bei 37,50 Euro (aktuell 31,80 Euro) und bestätigt die Einstufung der Aktie als "Kauf".

BASF: Weiter "Market Outperformer" (Goldman Sachs)

Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs hat die BASF-Aktie (515 100) weiterhin als 'Market Outperformer' eingestuft. Positiv beurteilten die Analysten Charles Brown und Jackie Ahurst das Ziel des Konzerns, das Betriebsergebnis in den kommenden drei Jahren um 10 Prozent zu steigern. Eine solche Vorgabe sei ungewöhnlich für die BASF. Das Ergebnis des vergangenen Jahres sei im übrigen stark durch einmalige Faktoren belastet gewesen. 1999 sank der Gewinn pro Aktie den Angaben zufolge von 2,73 Euro auf 2,00 Euro. Für 2000 erwarten die Experten mit einem Gewinn pro Aktie von 2,80 Euro und für 2001 rechnen sie mit einem Gewinn von 3,35 Euro pro Aktie. Besonders das vierte Quartal sei stark ausgefallen, dieser Trend werde wohl Anfang 2000 anhalten.

BASF: "Neutral" / Bayer oder DSM kaufen (Lehman)

Lehman Brothers hat für die Aktien der BASF AG (515 100) ihre Einstufung "neutral" bekräftigt. Die Zahlen für 1999 hätten den Erwartungen entsprochen, schrieb die Analystin Jennifer Barker. Die Net Cash Position des Unternehmens sei besser als erwartet ausgefallen. Daher sehe die Analystin die BASF-Aktien nunmehr mit 49 Euro (vorher 47 Euro) fair bewertet (aktuell 48,50 Euro). Sie erwarte, dass die Aktie brachliegen wird, bis der Chemie-Sektor wieder an Attraktivität gewinnt. Barker geht nicht davon aus, dass sich die BASF-Aktie unabhängig von der Gesamtsparte bewegen wird. Im Gegensatz anderen Chemiewerten gebe es keinen großen Bewertungsspielraum. Daher setze Lehman Brothers eher auf Werte wie Bayer und DSM.

ce Consumer: Gute Zahlen, aber nur "halten" (VR)

Als "sehr gut" bezeichneten die Analysten von Value Research (VR) die von ce Consumer (508 220) für 1999 mitgeteilten Zahlen. Diese hätten deutlich über den Erwartungen gelegen. Auch in Zukunft rechne man mit einer dynamischen Entwicklung des Unternehmens. In Anbetracht der Marktsituation lautet das Anlageurteil allerdings nur auf "Halten". Damit werde jedoch keine Aussage über die Qualität des Wertes getroffen, sondern nur dem Risiko eines stärkeren Rückschlags an dem extrem nach oben gelaufenen Neuen Markt Rechnung getragen, betonten die Analysten.

Lufthansa: Kursziel 27 Euro (BGB)

Die Lufthansa (823 212) als starken Sektor-Outperformer sieht Uwe Weinreich, Analyst der Bankgesellschaft Berlin (BGB). Das Vorsteuerergebnis des vergangenen Jahres sei überraschend gut ausgefallen, so Weinreich. Die Aktie der Lufthansa sieht Weinreich auf "Kaufen" und erwartet auf Sicht eines Jahres Kurse um 27 Euro (aktuell knapp 23 Euro).

Der Analyst erkennt dabei "eine Message in den Zahlen": Sie betonten die exzellente strategische Ausrichtung des Konzerns. Lufthansa sei in der Profitabilität jetzt zu Europas Nummer Eins und weltweit zur Nummer Zwei aufgerückt. Gleichzeitig gelingt es nach Weinreichs Ansicht zunehmend, die Ertragsstabilität zu sichern. Der Vorstand sei dem Ziel, die Zyklik der Erträge zu verringern, erfolgreich näher gekommen. Zusätzlich befinde sich der E-Commerce auf Basis der Kundendaten erst im Aufbau.

Hier liegt nach Ansicht des Analysten einer der größten "Schätze": Kaum ein Neuer-Markt-Wert verfüge über eine derart ausgesuchte Kundendatenbank wie Lufthansa. Insgesamt erwartet Weinreich, dass der Markt Lufthansas Potenzial zunehmend honorieren werde. Kaum ein Mitbewerber könne schwierige Jahre so gut "wegstecken" wie die Lufthansa und in guten Jahren durch die Töchter mit Hebeleffekt profitieren.