Zinsen Volkswirte erwarten schon die nächste Erhöhung

Die Chefvolkswirte der Banken rechnen schon in wenigen Wochen mit der nächsten Anhebung der Zinsen. Angesichts des schwachen Euro und der gut laufenden Konjunktur müsse die EZB so reagieren.

Frankfurt - Die Deutsche Bank rechnet bereits im April mit einer weiteren Zinserhöhung. Die Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Punkte sei nur ein kleiner Schritt in Richtung "neutraler Geldpolitik", sagte Axel Siedenberg von der Deutschen Bank.

"Wahrscheinlich wollte die EZB zum jetzigen Zeitpunkt die Märkte nicht erschrecken", erläuterte er in Anspielung auf die seit Tagen leicht rückläufigen Aktienkurse an den Börsen.

"Die Entscheidung ist in Ordnung. Wir haben noch immer ein niedriges Zinsniveau", sagte der Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Klaus Friedrich. Die Entscheidung der Währungshüter schade damit nicht der Konjunktur in Europa. Auch Friedrich erwartet noch einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr, wollte sich aber nicht auf einen konkreten Zeitpunkt festlegen.

Sein DG-Bank-Kollege Michael Heise sagte: "Es kommt erwartet, ist ökonomisch begründet und vom Zeitpunkt günstig", so der Chefökonom des genossenschaftlichen Spitzeninstituts. Heise hofft nach der EZB- Entscheidung auf Rückenwind für den seit Monaten schwachen Euro.

Commerzbank-Chefvolkswirt Ulrich Ramm meinte, "die EZB hat sich dem selbst erzeugten Erwartungsdruck nun gebeugt". Nach seiner Einschätzung hätte vor allem der deutschen Volkswirtschaft ein niedrigeres Zinsniveau gut getan.

Allerdings werde die Zinserhöhung den angesprungenen Konjunkturmotor auch nicht abbremsen. Der Bundesverband der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken bewertete die Zinsanhebung als angemessene Reaktion auf steigende Teuerungsraten in Europa.