EZB Alle drei Leitzinsen erhöht

Die Europäische Zentralbank hat - wie erwartet - erneut die Zinsen erhöht. Die Euro-Währungshüter beschlossen, alle drei Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte anzuheben.

Frankfurt - Der Satz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte wurde um 25 Basispunkte auf 3,50 Prozent angehoben. Auch der Zinskorridor für den Euro-Geldmarkt wird nach oben geschleust. Der Satz für die Einlagenfazilität beträgt somit 2,50 Prozent nach 2,25 Prozent und der Satz für die Spitzerefinanzierungsfazilität erhöhe sich auf 4,50 Prozent nach 4,25 Prozent. Zuletzt hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am 3. Februar an der Zinsschraube gedreht.

Die Entscheidung überrascht nicht und dürfte daher von den Börsen gelassen aufgenommen werden. Der Euro dürfte nach der Erfahrung der Devisenhändler erst einmal schwächer tendieren. Sobald der US-Handel in den Markt eingreife, könne die Marke von 0,9700 Dollar genommen werden, erwarten Händler. In den kommenden Tagen sei dann sogar ein Anstieg bis auf die 0,9800 Dollar möglich.

EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte bereits vor zwei Wochen eine Zinserhöhung nicht ausgeschlossen. Er hatte zugleich vor der Gefahr einer höheren Inflation in den Euro-Ländern gewarnt. Im Januar lag die Inflationsrate in den elf Euro-Ländern bei zwei Prozent - der höchste Wert seit Einführung des Euros Anfang 1999. Die EU-Kommission hatte erklärt, Ursache dafür seien der schwache Euro sowie die gestiegenen Ölpreise.

Der EZB-Präsident hatte damals weiter erklärt, dass sich die Zinsen derzeit auf einem historischen Tiefstand bewegten und die Zahl der Kredite im Privatsektor relativ hoch sei. Dies sei zurzeit nicht beunruhigend, müsse im Auge behalten werden.

Als Risikofaktoren nannte die Zentralbank unter anderem den Ölpreisanstieg und den schwachen Außenwert des Euro. Beide Entwicklungen führten zu Aufwärtsdruck bei den Einfuhr- und Erzeugerpreisen. Im Hinblick auf die Entwicklung der Geldmenge M3 hieß es, das anhaltende Überschreiten des Referenzwertes beim M3-Wachstum zeige, dass die Liquiditätsausstattung in der Euro-Zone weiter reichlich sei.

Die Zinsentscheidung trage dazu bei, den günstigen Konjunkturausblick in der Euro-Zone im Hinblick auf ein inflationsfreises Wachstum zu bewahren, hieß es weiter. Wie bereits in ihrem Monatsbericht März verwies die EZB darauf, dass die wirtschaftliche Entwicklung derzeit besser erscheine, als in den vergangenen zehn Jahren.

Im Zusammenhang mit den steigenden Preisen warnte die EZB erneut vor sogenannten Zweitrundeneffekten, wie sie beispielsweise durch zu hohe Lohnabschlüsse entstehen können. Auch diese Zweitrundeneffekte könnten anhaltende Auswirkungen auf ds Niveau der Verbraucherpreise haben.