Bayer Rekordgewinn durch Agfa-Börsengang

Die Erlöse aus dem Börsengang der Tochter Agfa haben den Leverkusenern 1999 einen Rekordgewinn beschert. Der Umsatz ging dagegen zurück. Nach einem guten Start will der Konzern 2000 viel tun, um das Ergebnis zu verbessern, verspricht Firmen-Lenker Schneider.

Leverkusen - Mit einem Anstieg von 24 Prozent auf zwei Milliarden Euro kletterte der Konzerngewinn auf einen historischen Höchststand. Vor Steuern habe das Unternehmen ein Plus von vier Prozent auf 2,8 Milliarden Euro erwirtschaftet, teilte die Bayer AG am Donnerstag mit. Das Geschäft in den ersten zwei Monaten dieses Jahres sei mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung und einem Umsatzanstieg von 20 Prozent gut angelaufen.

Ab Juli 2001 an die US-Börse

1999 verzeichnete das größte deutsche Chemieunternehmen bei Umsatz dagegen einen leichten Rückgang von 2,6 Prozent auf 27,3 Milliarden Euro. Die höchsten Zuwächse erzielte die Sparte Gesundheit mit 19 Prozent. Im Pharmageschäft sehe sich das Unternehmen gut positioniert, hieß es. Der Konzern kündigte an, im zweiten Quartal 2001 die Bayer-Aktie an der US-Börse einzuführen. Damit werde die Aktie als potenzielle Akquisitionswährung gestärkt.

Im Jahr 2000 will der Konzern auch durch fortgesetzte Maßnahmen zur Portfoliorestrukturierung und Kostensenkungsprogramme das Ergebnis verbessern. Das bereits erreichte hohe Niveau der Rohstoffkosten und die geringen Spielräume für Preiserhöhungen belasteten dagegen das Ergebniswachstum.

Pharma und Diagnostica sollen wachsen

Wesentlich werde der Beitrag des Geschäftsfeldes Gesundheit im Jahr 2000 sein. Vor allem bei Pharma und Diagnostika habe Bayer ausreichend Potenzial, "um ein deutliches Wachstum zu erzielen". Intensivierung der Forschung und Kooperationen sollten auch in der Bio-Technologie eine "rentable Ausweitung des Geschäfts" ermöglichen.

Im Geschäftsfeld Polymere will Bayer seine "gute Position" im laufenden Jahr weiter verbessern. Diese Erwartung stütze sich sowohl auf die anziehende Konjunktur und die erworbenen Lyondell-Aktivitäten. Gegenüber 1999 würden zudem geringere Sonderaufwendungen anfallen.

Im Geschäftsfeld Chemie werde es ein weiteres "herausforderndes Jahr" geben. Während der Umsatz wegen der ewarteten steigenden Nachfrage wichtiger Abnehmerbranchen zulegen dürfte, ist Bayer für die Preisentwicklung nur "gedämpft optimistisch".

Beim Geschäftsfeld Landwirtschaft werde es ein "stabiles Jahr auf hohem Niveau" geben. Risiken lägen im Innovationsdruck durch Konkurrenzprodukte. Stark sei Bayer weiterhin bei Insektiziden und Fungiziden. Hier wolle man über dem Marktdurchschnitt wachsen.