Dienstag, 23. Juli 2019

Schuldenkrise Standard & Poor's stuft Spanien herab

Gestern Griechenland und Portugal, heute Spanien: Die Ratingagentur Standard & Poor's hat auch die Kreditwürdigkeit der Iberer herabgestuft. Die neue Note lautet "AA" und der Ausblick ist negativ, so die Analysten. Der Euro und die Aktienmärkte reagieren mit Verlusten.

"Stellt euch der Krise": Demonstration spanischer Arbeiter in Barcelona
London - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S & P) hat auch die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgestuft. Die Anleihen der Iberer erhalten von Standard & Poor's nur noch die Note "AA", nach zuvor "AA+". Zudem sei der Ausblick für das Land negativ und eine weitere Herabstufung möglich. Der Ausblick spiegele wider, dass sich die Haushaltslage in dem Land schlechter als erwartet entwickele.

Der Euro gab binnen Sekunden nach Bekanntwerden der Nachricht deutlich nach, die Aktienmärkte gingen auf Talfahrt. Die Börse in Madrid schloss nach der Herabstufung mit 2,99 Prozent im Minus.

Die Schuldenkrise hatte sich erst gestern zugespitzt, nachdem griechische Staatsanleihen von S & P auf Ramschniveau heruntergestuft worden waren. Damit wurden die finanzpolitischen Handlungsmöglichkeiten der Regierung in Athen weiter eingeschränkt. Zusätzliche Hektik löste die Nachricht aus, dass auch das ebenfalls mit Defiziten kämpfende Portugal erneut herabgestuft wurde.

Hintergrund: Wie andere Wertpapiere werden auch Staatsanleihen von den Ratingagenturen bewertet. Ihre Empfehlungen sind ein wichtiges Signal für die Kreditwürdigkeit eines Landes. Bei unsoliden Finanzen verlangen die Märkte von den Staaten höhere Zinsen für die Kredite - sozusagen als Preis für das erhöhte Ausfallrisiko. Das Schuldenmachen ist für den betroffenen Staat dann teurer.

"Die Märkte sind mit voller Wucht von der Problematik in den angeschlagenen EU-Ländern getroffen worden", sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank. Die Bundesregierung richtete einen Krisenstab ein. Der Euro Börsen-Chart zeigen fiel auf einen der niedrigsten Stände seit einem Jahr.

manager magazin mit Material von Nachrichtenagenturen

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