Kursrutsch an den Börsen S&P stuft Portugal und Griechenland ab

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Portugals heruntergestuft und die Bonität Griechenlands auf Ramschstatus herabgesetzt. Dies sorgt für einen Kurseinbruch an den Börsen weltweit. Anleger fürchten eine Ausbreitung der Krise.

New York - Hintergrund für die Abstufung Portugals seien wachsende Zweifel an der Fähigkeit des Landes, mit seiner enormen Schuldenlast fertig zu werden, teilte S&P am Dienstag mit. Der Ausblick sei negativ.

Auch die schwachen Konjunkturaussichten hätten zu der Entscheidung beigetragen, Portugals Langzeit-Rating um zwei Stufen auf "A-" von bisher "A+" zu senken. Damit ist das Euro-Land noch vier Stufen vom spekulativen "Ramsch-Status" entfernt.

Die weltweiten Aktienmarkt gaben nach der Abstufung deutlich nach. Der deutsche Leitindex Dax  rutschte im späten Handel um 2,7 Prozent auf 6159 Zähler ab.

Auch der Euro geriet unter Druck und fiel auf 1,3272 Dollar. Die US-Börsen lagen bei Handelsschluss in Europa ebenfalls tief im Minus. Der Dow Jones  verlor 1,3 Prozent, der S&P-500 1,6 Prozent, und der Nasdaq-Composite gab 1,4 Prozent nach. Der portugiesische Aktienindex stürzte über 5 Prozent in die Tiefe.

Griechenland auf Ramsch-Status gesetzt

Standard & Poor's hat unterdessen auch die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf Ramschstatus heruntergestuft.

Das hoch verschuldete Land werde nun nur noch mit BB+/B bewertet, teilte S&P am Dienstag mit. Damit wurde die Einstufung um drei Noten verringert. Der Ausblick sei negativ. Dem Land drohe somit eine weitere Herabstufung.

Hintergrund der Senkung seien Sorgen, dass das Mittelmeerland nicht die notwendigen Reformen durchsetzen könne, um seine Schulden abzubauen, erläuterte die Agentur. Nur die Agentur Moody's bewertet Griechenland noch mit einem A-Rating.

Risikoaufschläge für griechische Anleihen auf Zwölfjahreshoch

Sorgen um Ausbreitung - Risikoaufschläge auf Zwölfjahreshoch

Die Herabstufung der Bonität schürte die Sorgen um eine Ausbreitung der Finanzkrise auf andere Euro-Länder und die Folgen für die Aktienmärkte. In New York war die Nervosität messbar: Der CBOE-Volatilitätsindex, bekannt als das Angst-Barometer der Wall Street, schoss 17 Prozent in die Höhe.

Aus Sorge, Griechenland könne wegen zu spät fließender Hilfen der Euro-Partner tatsächlich pleitegehen, stiegen die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit mindestens zwölf Jahren.

Wie die Ratingagenturen die PIIGS-Staaten bewerten

Standard Poor's Moody's Fitch
Griechenland CC (seit Juli 2011) Ca (seit Juli 2011) CCC (seit Juli 2011)
Portugal BBB- (seit März 2011) Ba2 (seit Juli 2011) BBB- (seit April 2011)
Irland BBB+ (seit April 2011) Ba1 (seit Juli 2011) BBB+ (seit April 2011)
Italien A+ (seit Oktober 2006) Aa2 (seit Mai 2002) AA- (seit Oktober 2006)
Spanien AA (seit April 2010) Aa2 (seit März 2011) AA+ (seit März 2011)

Finanzwerte gerieten zusätzlich wegen der Betrugsaffäre um die Großbank Goldman Sachs in den Blickpunkt. Eine Anhörung vor einem Senatsausschuss, der eigentlich die Ursachen der Finanzkrise klären soll, steht ganz im Zeichen der Börsenaufsichtsklage gegen Goldman Sachs. Die SEC wirft dem Institut vor, Großinvestoren wie die deutsche Mittelstandsbank IKB bei der Vermarktung verbriefter Hypothekenkredite getäuscht zu haben.

manager magazin mit Material von Nachrichtenagenturen

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