Porsche 11.300 Panameras müssen in die Werkstatt

Wegen möglicher Probleme mit dem Anschnallgurt holt der Sportwagenbauer Porsche sämtliche Fahrzeuge vom Typ Panamera in die Werkstätten. Weltweit sind 11.300 Autos betroffen, 1500 davon in Deutschland. Experten schätzen die Kosten auf einen Betrag im niedrigen Millionen-Euro-Bereich. Die Aktie gibt kräftig nach.

Stuttgart - Der Autobauer Porsche  hat Probleme an den Anschnallgurten seiner Panameras festgestellt. Falls jemand seinen Sitz zwischen der Position ganz vorne und jener ganz hinten mehrfach hin und her schiebt, könne dies die Funktion des Gurts beeinträchtigen, sagte ein Porsche-Sprecher zu manager magazin. Das sei ein theoretisches Problem, dass bei einem internen Test aufgefallen sei. Praktisch, so der Sprecher, dürfte es kaum eine Rolle spielen, da kaum jemand in dieser Weise mit dem Sitz verfahre.

Dennoch zieht der Sportwagenbauer Konsequenzen. Im Rahmen einer Serviceaktion werden bei sämtlichen Panameras des Baujahrs 2010 zusätzliche Sicherungselemente am so genannten Gurtendbeschlag angebracht. Das ist das Teil des Gurtes, das beim Anschnallen im Halter zwischen den Sitzen einrastet.

Diese Maßnahme wird nach Angaben des Porsche-Sprechers bei allen Panameras des Baujahrs 2010 durchgeführt. Weltweit seien das genau 11.324 Autos, davon etwa 1500 in Deutschland. Panamera-Fahrer, die in nächster Zeit ohnehin einen Werkstatttermin haben, können diesen für den Eingriff nutzen. Alle anderen werden eigens angerufen, so der Sprecher des Unternehmens.

Den Zulieferer, von dem Porsche die fraglichen Teile des Anschnallgurtsystems bezieht, wollte der Sprecher nicht benennen. "Wir äußern uns nicht zu unseren Zulieferern." In die übrigen Porsche-Baureihen würden andere Gurtsysteme eingebaut.

Auch zu den Kosten, die durch die Aktion entstehen, wollte sich der Porsche-Sprecher nicht genau äußern. Der Umbau dauere pro Auto etwa eine Viertelstunde, der Aufwand sei also überschaubar, sagte er lediglich.

"Die Materialkosten sind minimal", sagt auch Jürgen Pieper, Autoanalyst beim Bankhaus Metzler. "Vielleicht muss man den Fahrern noch einen Leihwagen stellen."

Pieper kalkuliert etwa 200 Euro pro Fall, was einer Gesamtsumme von zwei bis drei Millionen Euro für Porsche entsprechen würde und nach Ansicht des Analysten keine große Summe wäre.

Ähnlich sieht es Frank Biller, Analyst bei der LBBW. Auch er hält den finanziellen Aufwand für das Unternehmen für gering. Biller macht zudem darauf aufmerksam, dass die Kosten vermutlich von Porsche durch entsprechende Rückstellungen, die in der Regel bei Einführung eines neuen Modells gebildet werden, gedeckt sind.

Nach Ansicht des Experten dürfte die Meldung daher eigentlich kaum einen Effekt auf den Aktienkurs haben. Sollten die 3 Prozent, die das Porsche-Papier heute im Minus liegt, auf die Panamera-Aktion zurückzuführen sein, so wäre das eine klare Überreaktion, sagt Biller.

Zuletzt hatte vor allem der japanische Autobauer Toyota  mit dem Rückruf von weltweit rund 8,5 Millionen Pkw wegen klemmender Gaspedale, rutschender Fußmatten und defekter Bremsen Schlagzeilen gemacht.

Mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.